Klöckner will nationalen Waldgipfel einberufen

von Redaktion

München/Moritzburg – Vertreter aus Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen waren gestern ins sächsische Moritzburg gereist, um über eine Strategie zum Erhalt der deutschen Wälder zu beraten. Das Ergebnis: Die Minister von CDU und CSU fordern vom Bund einen Wald-Masterplan mit einem Volumen von 800 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren. Das Geld solle unter anderem in nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung, in den Waldumbau und die Beseitigung von Schäden fließen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU), die an dem Treffen teilnahm, sieht gute Gründe für die Forderung aus den Ländern. Nach Ansicht der Ministerin haben die Waldschäden ein nationales Ausmaß angenommen. Es gebe eine Addition von Schäden durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall, der den Wäldern zugesetzt habe. Dies sei noch nicht zu Ende. Klöckner sprach sich für stabile Mischwälder aus. „Es ist eine Generationenaufgabe.“ Man habe aber die Pflicht, schon heute aktiv zu sein. Die Ministerin kündigte an, im September einen nationalen Waldgipfel einzuberufen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die Initiative. „Wir bewerten es positiv, dass Bundesministerin Klöckner die Notsituation der Wälder erkennt“, sagte BUND-Chef Hubert Weiger. Der Waldgipfel könne jedoch nur ein erster Schritt sein.

„Die Verzweiflung unter den Waldbesitzern ist groß“, sagt auch Hans Ludwig Körner, Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbands. „Uns sterben die Bäume vor den Augen weg.“ Es sei gut, dass die Problematik nun auch in der Öffentlichkeit angekommen sei. Aber für eine Lösung brauche es einen umfassenden Ansatz. „Nur Bäume zu pflanzen reicht nicht.“ Es müsse ohne Tabus über Bäume der Zukunft nachgedacht werden. Und das viele überschüssige Holz, das derzeit den Holzmarkt flutet, müsse auch genutzt werden. „Wir müssen mit Holz bauen und ja, wir müssen das Holz auch zur Energiegewinnung verbrennen, bevor die toten Bäume im Wald verrotten. Das CO2 wird so oder so freigesetzt.“  dpa/dg

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