Jesenwang – Ein 46-jähriger Pilot ist gestern bei einem Absturz seines Ultraleichtflugzeugs im Kreis Fürstenfeldbruck ums Leben gekommen. Der Mann war laut Polizei am Vormittag mit seiner Maschine vom Typ Eurostar EV97 vom Flugplatz Jesenwang in Richtung Baden-Württemberg gestartet. Auf dem Rückweg bat der Pilot gegen 12.50 Uhr beim Tower des Flugplatzes um Landeerlaubnis. Doch etwa zwei Kilometer von der Landebahn in Jesenwang entfernt geriet die Maschine plötzlich in der Luft ins Trudeln und stürzte steil ab. Ein Fluglehrer, der in einer anderen Maschine unterwegs war, hatte das Unglück beobachtet. Das Ultraleichtflugzeug schlug in einem Maisfeld nahe dem Weiler Albertshofen auf und bohrte sich in den Boden. Der 46-Jährige aus dem Raum Dachau war laut Polizei sofort tot.
Warum die Maschine ins Trudeln geraten war, ist bislang noch unklar. Die Kripo Fürstenfeldbruck wird bei den Ermittlungen von einem Gutachter und Spezialisten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung unterstützt. Die Einsatzkräfte an der Absturzstelle mussten erst das Rettungssystem der Maschine deaktivieren, um sich Zugang zu verschaffen. Das Fallschirm-System war zwar aktiviert, hatte aber nicht ausgelöst.
Am Flugplatz in Jesenwang herrschte nach dem Unfall Entsetzen, der Flugbetrieb wurde eingestellt. Flugplatz-Leiter Max Walch beschreibt den Piloten als äußerst erfahren. Er sei seit Jahren regelmäßig von Jesenwang aus geflogen. Die abgestürzte Maschine hatte er vom Flugplatz gemietet. Warum das Fallschirm-System nicht auslöste, sei „für uns alle unerklärlich“, sagte Walch. „Es ist eine Tragödie.“ TOBIAS GEHRE