17-Jährige tot im Bachbett gefunden

von Redaktion

Warum musste Sina M. sterben? Nach dem mysteriösen Tod einer 17-Jährigen steht die Gemeinde Kreuth am Tegernsee unter Schock. Die junge Frau kam auf dem Heimweg von einem Waldfest ums Leben. Warum, ist bislang noch völlig unklar.

VON GABI WERNER UND KATHRIN BRACK

Kreuth – Nur 50 Meter. So weit war Sina M. von ihrem Elternhaus im Kreuther Weiler Scharling (Kreis Miesbach) entfernt, als sie am Sonntag in den frühen Morgenstunden aus dem Taxi stieg. Die 17-Jährige war gegen 2 Uhr mit ihren Freundinnen vom Waldfest im benachbarten Rottach-Egern heimgefahren. Doch daheim kam Sina nie an: Sie verschwand, nachdem sie zur Überraschung ihrer Freunde kurz vor dem Ziel aus dem Taxi gestiegen war.

Noch in der Nacht begannen Freunde und Angehörige mit der Suche nach dem Mädchen. Am Morgen alarmierten die Eltern die Polizei, die eine groß angelegte Suchaktion startete. Mit Hilfe eines Hubschraubers, der Rettungshundestaffel und zahlreichen Kräften von Polizei und Feuerwehr durchforsteten sie die Gegend. In der Hoffnung, dass sie unversehrt gefunden werden könnte, veröffentlichte die Polizei einen Fahndungsaufruf samt Foto von Sina, das sie in ihrem blauen Dirndl zeigt.

Doch noch am Sonntagvormittag machten die Helfer die erschütternde Entdeckung: Sinas lebloser Körper wurde in einem Bachbett wenige hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt gefunden. Wie sie starb, ist nun Gegenstand der Ermittlungen, die die Kripo Rosenheim übernommen hat. „Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen“, sagte eine Sprecherin gestern gegenüber unserer Zeitung.

Man habe zwar eine Verletzung entdeckt – doch wie sie sich die Wunde zugezogen hat, ist ebenso unklar wie die genaue Todesursache. „Ob es sich um ein Sturzgeschehen handelt oder ob das Mädchen möglicherweise doch vorsätzlich zu Fall gebracht wurde, können wir erst nach Abschluss der Ermittlungen sagen.“ Ob die Leiche obduziert werden soll, müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden.

Sinas Tod gibt nicht nur Rätsel auf, er setzt eine ganze Gemeinde unter Schock. Diakon Alois Winderl kümmerte sich mit dem Kriseninterventionsteam, das auch die Familie betreut, im Feuerwehrhaus um Sinas Freunde. Bis in die Nachmittagsstunden hinein spendete er den jungen Menschen Trost.

Bekannte beschreiben Sina als fröhliches Mädchen, erst heuer hatte sie an der Fachoberschule (FOS) in Bad Tölz ihr Abitur gemacht. Sie wollte den Sommer am Tegernsee genießen, da gehören Waldfest-Besuche dazu. Sogar an einer eigenen Feierhymne („Mia san vom Tegernsee“) hatte die 17-Jährige gemeinsam mit ihren Freundinnen mitgewirkt.

Auch für die zahlreichen Einsatzkräfte waren die Suche und ihr tragisches Ende nur schwer zu verkraften. „Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft“, sagt Kreuths Feuerwehrkommandant Thomas Wolf. Nachdem das Mädchen tot aufgefunden worden war, wurden auch die Einsatzkräfte von einem Feuerwehr-Notfallseelsorger betreut.

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