Sina ist gestürzt und ertrunken

von Redaktion

Kreuth – Sina M. aus dem Kreuther Ortsteil Scharling (Kreis Miesbach) ist ertrunken. Das ist das vorläufige Ergebnis der Obduktion, die am Montagmittag im Institut für Rechtsmedizin in München vorgenommen wurde. Demnach ist die Jugendliche gestürzt und in dem Bach ertrunken, in dem sie am Sonntag gefunden worden war.

Sina war mit Freundinnen nach dem Besuch des Waldfestes im Nachbarort Rottach-Egern gemeinsam im Taxi Richtung Kreuth gefahren. Während ihre Freundinnen die Rechnung beglichen, verließ Sina fluchtartig das Taxi und verschwand plötzlich in die Dunkelheit. Knapp zehn Stunden später wurde sie tot in einem Bachbett etwa 400 Meter von ihrem Elternhaus entfernt entdeckt. Es war das traurige Ende einer groß angelegten Vermisstensuche.

Im Tegernseer Tal stellen sich alle die gleiche Frage: Warum musste Sina in dieser Nacht sterben? Im Bekanntenkreis kursieren diverse Theorien. Demnach soll sich Sina bereits auf dem Waldfest untypisch verhalten haben, die Freundinnen hätten sie deshalb nach Hause bringen wollen. „Der Kripo liegen diesbezüglich keinerlei Hinweise vor“, sagt Polizeisprecherin Carolin Hohensinn dazu. Die abschließenden Obduktionsergebnisse stehen allerdings noch aus.

Aufgrund von Zeugenaussagen, aber vor allem wegen der Spurenlage geht die Kripo von einem tragischen Unfallgeschehen aus. Für die Polizei stellt sich der Hergang wie folgt dar: Das Taxi stoppt etwa 50 Meter vor dem Elternhaus in Kreuth-Scharling. Sina reißt die Tür auf und stürzt in die Nacht. Sie läuft über eine angrenzende Wiese, legt einige hundert Meter zurück – bis sie in der Dunkelheit in den Graben eines Baches fällt, der sich durch die Wiese zieht. Dort schlägt sie mit dem Kopf auf, wird bewusstlos und ertrinkt. Ein Unfall, der in seiner Unwahrscheinlichkeit und Tragik kaum zu überbieten ist. Sina wäre heute 18 Jahre alt geworden. KLAUS-MARIA MEHR

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