Neu-Ulm – Junge Frauen sollen die CSU vor einer Wahlklatsche in Bayerns Städten bewahren. Mit einer ungewöhnlichen Reihe von Oberbürgermeister-Kandidatinnen zieht die Partei in die Kommunalwahl im März. Gestern Abend nominierte die CSU in Neu-Ulm die Ex-JU-Landesvorsitzende Katrin Albsteiger.
Die 35-Jährige hatte 2010 bundesweit Schlagzeilen gemacht, als sie auf dem Parteitag vehement gegen eine Frauenquote stritt. „Die Quoten-Querulantin“, titelte ein Nachrichtenmagazin. Albsteigers Aufstieg wurde gebremst, als sie in einem Machtkampf der Jungen Union 2013 nicht wiedergewählt wurde. Nun sucht sie ihre Zukunft im Kommunalen. In Neu-Ulm hatte die CSU 2014 nur hauchdünn gewonnen.
Bereits offiziell ins Rennen geschickt wurden die Kommunalreferentin Kristina Frank (38) für München, Astrid Freudenstein (45) für Regensburg und die zweite Bürgermeisterin Eva Weber (42) für Augsburg.
Ausgangslage: wackelig. In den Städten, wo die SPD der Hauptgegner war, sieht sich die CSU jetzt starker Konkurrenz durch die Grünen ausgesetzt, hohe Verluste drohen. Bei der Landtagswahl holten die Grünen in München und Würzburg fünf Direktmandate. CSU-Chef Markus Söder hatte eine Erneuerung bei den Kandidaten gefordert. Seine Partei müsse gerade in den Städten „jünger, weiblicher, offener“ auftreten. cd