Wasserschaden legt S-Bahn lahm

von Redaktion

Land unter bei der S-Bahn: Wegen eines Wasserschadens war die Stammstrecke am Dienstag von 10.30 Uhr an gesperrt. Noch am Abend ging nichts. Im Tunnel zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof stand das Wasser knietief. Die Folge: Chaos auf allen Linien.

München – S-Bahn-Fahrgäste brauchten gestern mal wieder gute Nerven. Von 10.30 Uhr an war die Stammstrecke gesperrt. Und bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe fuhren die Züge immer noch nicht. Der Grund für die Megastörung: Im Gleisbereich zwischen den Haltestellen Hackerbrücke und Hauptbahnhof hatte sich Wasser gesammelt – es stand bis zu einem halben Meter hoch. Von einer Bahnsprecherin hieß es: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Ursache zu eruieren.“

Die S-Bahnen endeten wegen des massiven Wassereinbruchs vorzeitig in Pasing oder am Ostbahnhof. Auch die zentralen Knotenpunkte Hauptbahnhof, Karlsplatz und Marienplatz waren betroffen. Tausende Fahrgäste mussten auf andere Verkehrsmittel wie U-Bahn oder Tram ausweichen. Der Ärger bei vielen Pendlern war groß. Andreas Barth, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, bezeichnete die Kommunikation der Bahn als „absolut mangelhaft“. Die Stammstrecke sei elementar für München. „Bei so einem großen Schaden erwarte ich maximale Transparenz.“ Auch die Bahn-Hotline fiel lange aus.

Um das Wasser abzupumpen, musste die Bahn Verstärkung von der Feuerwehr anfordern. Die Einsatzkräfte waren mit acht Fahrzeugen und zeitweise bis zu 40 Mann vor Ort. Zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof stand das Wasser auf einer Strecke von 150 Metern bis zu 50 Zentimeter hoch. Und es lief beständig weiteres Wasser in den Tunnel. Ob die S-Bahnen am Mittwochmorgen wieder regulär fahren können, sei noch unklar, sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Deutsche Bahn lässt seit Jahresbeginn im Umgriff des Hauptbahnhofs Brunnen und Grundwassermessstellen bohren. Die 60 Meter tiefen Brunnen sollen während des Baus der unterirdischen Haltestelle für die zweite Stammstrecke das Grundwasser „entspannen“, wie es heißt. Ob der Schaden mit dem Bau der zweiten Stammstrecke zusammenhänge, könne nicht beantwortet werden, hieß es. Auf der aktuellen Stammstrecke fahren täglich rund 1000 Züge. Etwa 840 000 Menschen nutzen die S-Bahn pro Werktag. Die zweite Stammstrecke soll 2028, zwei Jahre später als ursprünglich geplant, in Betrieb gehen. KLAUS VICK

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