Mittenwald/Scharnitz/Schönau/Oberstdorf – Bei Bergtouren in Bayern sind in den vergangenen Tagen vier Menschen ums Leben gekommen.
Ein 68-jährige Wanderer aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war am Donnerstag mit zwei Begleitern auf dem Mittenwalder Höhenweg im Grenzgebiet von Tirol und Bayern unterwegs. Gegen 14 Uhr stieg das Trio in Richtung „Gatterl“ ab. Der 68-Jährige ging in der Mitte der Gruppe. Als er den schwierigsten Part geschafft und den Klettersteig bereits verlassen hatte, stürzte er aus unbekannten Gründen auf markiertem Weg seitlich 150 Meter über felsiges Gelände ab. Die Begleiter verständigten sofort die Rettungskräfte, die jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen konnten.
Fast zur selben Zeit ist ein tödliches Bergunglück im Karwendelgebirge passiert. Eine 27-Jährige aus Berlin war mit einer gleichaltrigen Frau auf einer Hüttentour. Sie hatten gerade den „Frau-Hitt-Sattel“ bei Innsbruck überquert, als eine von ihnen aus bisher unbekannten Gründen 50 Meter tief abstürzte. Die Leiche wurde mit einem Hubschrauber geborgen.
Am Watzmann ist ein Bergsteiger aus Israel rund 150 Meter in die Tiefe gestürzt und ums Leben gekommen. Der 30-Jährige hatte sich am Freitag bei Schönau am Königssee (Kreis Berchtesgadener Land) allein auf den Weg durch die wegen ihrer vielen Todesopfer berühmt-berüchtigte Ostwand gemacht und rutschte auf rund 1700 Metern Höhe an einem steilen, felsigen Abschnitt ab. Andere Bergsteiger beobachteten den Absturz. Die Einsatzkräfte konnten nichts mehr für den Mann tun. Mehrere Zeugen waren so schockiert, dass sie ihren Anstieg nicht mehr fortsetzen konnten und von Hubschraubern ins Tal geflogen wurden.
Die 1881 zum ersten Mal durchstiegene Watzmann-Ostwand ist mit 1800 Metern Höhe eine der höchsten Wände der Alpen. Ihre Ersteigung gilt zwar als klettertechnisch nicht übermäßig schwer, aber wegen der ungewöhnlichen Länge als außerordentlich anspruchsvoll. Nahezu jährlich verlieren Bergsteiger in der Wand ihr Leben, das hundertste Todesopfer wurde im Jahr 2010 gezählt.
Bei einem Ausflug in den Allgäuer Alpen stürzte ein 75-Jähriger ab und erlitt ebenfalsl tödliche Verletzungen. Der Mann war mit einem Begleiter auf die Höfats, einen rund 2200 Meter hohen Berg bei Oberstdorf, gestiegen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Beim Abstieg vom Gipfel fiel er demnach in felsigem Gelände 80 Meter tief. Weil der 75-Jährige hinter seinem Begleiter lief, sei unklar, wieso er abgestürzt sei, sagte ein Sprecher. Die Bergwacht und ein Notarzt stellten den Tod des Mannes fest, der nach Darstellung der Polizei als bergerfahren galt. joho/dpa