Kaniber will Zuschüsse mehr an Tierwohl ausrichten

von Redaktion

München – Agrarministerin Michaela Kaniber will die finanzielle Unterstützung der Viehhaltung in Bayern stärker an Tierwohl und Umweltschutz ausrichten. „In einem Betrieb müssen die Fläche und die Zahl der Tiere zusammenpassen“, sagte Kaniber. „Das dient dem Gewässerschutz und den Tieren.“ Deshalb will die CSU-Politikerin eine Obergrenze bei der Förderung einziehen. „Wir sagen: Eine Förderung gibt es nur bis zwei Großvieh-Einheiten pro Hektar – das wären grob gesagt zwei Rinder pro Hektar.“

Damit will Kaniber dem Phänomen des Gülletourismus vorbeugen, das hauptsächlich in Norddeutschland und den Niederlanden verbreitet ist, aber auch aus Bayern bekannt ist. Nach den Vorschriften der EU-Düngeverordnung dürfen die Bauern pro Jahr und Hektar noch 170 Kilo Gülle ausbringen. Überdüngung mit Gülle kann Umweltprobleme verursachen, wenn deswegen die Nitratbelastung des Grundwassers steigt. „In unserem bayerischen Agrarinvestitionsprogramm wollen wir ganz gezielt die bäuerlichen Strukturen bewahren“, sagte Kaniber. „Die Landwirte, die umweltverträglich und tierwohlgerecht wirtschaften mit zwei Rindern pro Hektar, werden gefördert.“ Die Staatsregierung unterstütze auch ganz gezielt Milchviehbetriebe, „die aus der Anbindehaltung rauswollen und einen Laufstall bauen oder auf Weidehaltung umstellen“, sagte Kaniber.

Beim Ausbau der Bio-Landwirtschaft warnt Kaniber vor blindem Vorwärtsstürmen ohne Berücksichtigung des Kaufverhaltens der Bürger. „Wir müssen uns am Markt entlang bewegen.“ Verbessern will sie vor allem die Vermarktung. „Die Vernetzung ist ganz wichtig“, betont sie. „Die Verbraucher müssen die Geschichte kennen, die hinter den Lebensmitteln steckt.“  lby

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