Schönau – Auch am Sonntag wussten die Ermittler noch nicht, wer der Mann war, den Polizei und Bergwacht am Freitag tot aus einer Wand am Grünstein bei Schönau am Königssee geborgen hatten. „Er hatte keine Dokumente und auch sonst nichts bei sich, was auf seine Identität schließen lässt“, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rosenheim mit. Auch die Umstände seines Todes seien weiterhin ungeklärt. Man gehe davon aus, dass er beim Wandern in unwegsamem Gelände abgestürzt ist.
Ein anderer Bergsteiger hatte den Mann laut Polizei am Freitag gegen 16.30 Uhr leblos auf etwa 1000 Metern Höhe an der Südseite des Grünstein entdeckt. Vom Hubschrauber aus wurden Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden und ein Notarzt abgeseilt, konnten ihnaber nur noch tot bergen.
Die Absturzstelle wird 150 Meter über der Fundstelle vermutet. Sie liegt laut dem Polizeisprecher abseits üblicherweise genutzter Wege.
Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen, die helfen können, die Identität des Toten zu klären. Es handelt sich bei dem Abgestürzten um einen etwa 70 Jahre alten, 1,70 Meter großen Mann mit grauen Haaren und grauem Bart. Er trug eine lange, dunkelblaue Stoffhose, ein weißes T-Shirt und ein grau-beiges Hemd. Außerdem hatte er eine dicke hellblaue Jacke dabei. Eine Zugfahrkarte, laut der der Abgestürzte am Donnerstagnachmittag von Freilassing nach Berchtesgaden fuhr, ist bislang der einzige Ansatz, den die Ermittler haben.
Auch in Oberfranken gab es am Freitag einen Kletterunfall. Eine 30-Jährige stürzte laut Polizei an einem Felsen bei Weismain (Landkreis Lichtenfels) nach einem Kletterfehler zehn Meter in die Tiefe. Sie wurde schwerverletzt in eine Klinik gebracht. STEFAN REICH