Baum fällt auf Regionalzug

von Redaktion

Pöcking – Bei einem Unwetter am Samstagabend ist ein Baum auf einen vorbeifahrenden Regionalzug nahe Pöcking (Landkreis Starnberg) gekracht. Die rund 150 Reisenden mussten evakuiert werden.

Dem Gewitter mit Sturm und Starkregen konnte der alters- und witterungsgeschädigte Baum offenbar nicht mehr standhalten. Laut Bundespolizei fiel er am Samstag gegen 19.45 Uhr um, stürzte zunächst in die Oberleitung, dann auf das Zugdach der Regionalbahn, die von Weilheim nach München unterwegs war. Durch den Aufprall wurde der Stromabnehmer am Zug beschädigt, die Bahnstrecke Mittenwald – München musste bis ein Uhr nachts gesperrt werden.

S-Bahnen konnten nur noch bis beziehungsweise von Starnberg verkehren.

Einsatzkräfte, unter ihnen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk, kümmerten sich um die Fahrgäste, von denen niemand bei dem Vorfall verletzt wurde. Einen nach dem anderen ließen die Helfer in den am Nachbargleis bereitgestellten Ersatzzug umsteigen. Allerdings dauerte es ungefähr drei Stunden, bis die Reisenden ihre Fahrt nach München fortsetzen konnten. Die Evakuierung verlief jedoch ruhig. „Die Leute waren geduldig und verständnisvoll“, sagte Kreisbrandinspektor Helmut Schweickart. Das lag auch an den Temperaturen im Zug, die durch das Unwetter gesunken waren.

Erst vor zwei Wochen musste ein Meridian evakuiert werden, der zwischen Bad Endorf und Rosenheim liegen geblieben war. Aber die Verhältnisse sind nicht mit dem aktuellen Fall vergleichbar. Damals war das Krisenmanagement der Bahn heftigst kritisiert worden. Nach einer langen Geduldsprobe, bei der aufgebrachte Fahrgäste den Zug verließen, waren die 600 Passagiere in einen überfüllten Ersatzzug umquartiert worden.

Was genau im aktuellen Fall beschädigt wurde, wird noch ermittelt. Laut Bundespolizei waren Oberleitung sowie der Zug auf den ersten Blick funktionsfähig. Nach Bahn-Schätzung entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 10 000 Euro.  coe

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