München – Plötzlich ein greller Blitz, dann fing es im Tunnel sofort an zu qualmen: Die Feuerwehr musste am Montagmorgen zwischen den Bahnhöfen Harthof und Dülferstraße 100 Menschen aus einer U-Bahn der Linie U2 retten. Etwa drei Stunden lang fuhr kein Zug auf dem Streckenabschnitt.
Um 9.47 Uhr erhielt die Feuerwehr einen Notruf aus der U-Bahnbetriebszentrale: Der Zugführer sah während der Fahrt einen Blitz und stoppte die U-Bahn sofort, so die Feuerwehr. Martin Huber (Name geändert) hat die Schreckminuten miterlebt: „Es hat gescheppert und gequalmt. Durch die Lüftung kam Rauch in den Waggon. Es wurde durchgesagt, dass wir uns hinsetzen sollen, weil der Qualm zur Decke steigt“, berichtet er.
Laut Michael Solic, Sprecher der SWM, war die Ursache für den Blitz ein Problem mit einem Kontakt. „Der Kontakt lag, aus welchem Grund auch immer, nicht an der Metallschiene an, und es kam zum Überschlag.“ Dadurch sei ein Gummi-Bauteil an der U-Bahn beschädigt worden. Es begann zu schmoren: Der Grund für den Qualm.
Der stinkende Rauch ließ einige Insassen hysterisch werden: „Sie haben Nottüren geöffnet“, sagt Augenzeuge Huber. „Wir sollten uns dann im hinteren Teil des Zuges, also in Richtung Harthof, versammeln.“ Dort warteten die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die den Insassen aus dem Zug halfen. Bis zum Bahnhof Harthof waren es dann nur 150 Meter. „Die Feuerwehr war mit Leuchten ausgestattet und führte uns durch den Tunnel, erzählt der 53-Jährige Huber. „Es war wie im Film.“
Durch den Bahnhof gelangten die 100 Personen ins Freie. Dort riegelte die Feuerwehr laut Sprecher Stefan Osterloher mit etwa 20 Einsatzfahrzeugen die Straße ab. Unter Atemschutz bekämpften zwei Stoßtrupps den Brand. Anschließend entlüfteten sie den Tunnel.
Nach 20 Minuten war die Evakuierung beendet. Insgesamt waren etwa 60 Feuerwehrler im Einsatz. Drei Personen erlitten durch den Brandrauch leichte Verletzungen. SOPHIA OBERHUBER