Miesbach – Die Bayernpartei im Landkreis Miesbach hat ein umstrittenes Parteimitglied zum Landratskandidaten nominiert: Martin Beilhack stand einst unter Verdacht, ein „Reichsbürger“ zu sein. Reichsbürger erkennen den Staat nicht an und beantragen oft die Staatsbürgerschaftsurkunde, die ihnen vermeintlich einen von der Bundesrepublik Deutschland unabhängigen Status verleihen soll. Diese Urkunde hatte auch das Gebirgsschützen-Mitglied Beilhack beantragt, woraufhin er ins Visier der Behörden geriet. Das Landratsamt nahm ihm daraufhin die Besitzkarten für seine Waffen ab. Beilhack klagte – ein Urteil steht noch aus.
„Ihr wisst alle, dass ich kein Reichsbürger bin“, sagt Beilhack in seiner Rede. Es störe ihn, dass unbescholtene Leute deswegen kriminalisiert würden. „Habt ihr nichts Besseres zu tun?“, fragt er.
Zehn Mitglieder der Bayernpartei wählten Beilhack einstimmig zu ihrem Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl 2020. „Mein Wahlspruch wird sein: Die Liebe zur Heimat ist eine Sache des Herzens“, sagt Beilhack. Er will unter anderem den MVV-Beitritt des Landkreises verhindern, weil dann die Wohnungen noch teurer würden.
Landrat im Landkreis Miesbach ist derzeit Wolfgang Rzehak (Grüne), der bei der Wahl 2020 auch wieder antreten wird. Die CSU hat den Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis als Kandidaten aufgestellt. mas