Wieder Flughafenpanne: Sind Türen schuld?

von Redaktion

Es ist gerade zwei Wochen her, dass ein Fluggast große Teile des Flughafens München für Stunden lahmgelegt hatte, weil er verbotenerweise einen Notausgang benutzte (wir berichteten). Am Freitag kam es schon wieder zu einem ähnlichen Vorfall.

VON JOHANNES WELTE

München – In den Modulen B und C von Terminal 1 wurden um 6.42 Uhr die Abflüge für gut eine Stunde gestoppt. „Ein Reisender ist unberechtigt durch eine alarmgesicherte Tür in den Sicherheitsbereich im Terminal 1 gelangt“, twitterte die Bundespolizei am Morgen. Um was für eine Tür es sich gehandelt hat, teilte die Bundespolizei nicht mit, es dürfte aber wohl ein Notausgang gewesen sein. Jedenfalls war der Passagier unkontrolliert in den gesicherten Bereich gelangt. Die Auswirkungen waren laut Flughafen dieses Mal gering: Neun Flüge seien verspätet gestartet, es habe keine Evakuierung und auch keine Flugannullierungen gegeben. Allerdings mussten sich alle anwesenden Passagiere im Sicherheitsbereich nochmals einer Kontrolle unterziehen. Die Bundespolizei gab um 8.09 Uhr wieder Entwarnung. Wie viele Fluggäste betroffen waren, konnte der Flughafen nicht sagen. Der Verursacher wurde nicht ausfindig gemacht.

Am 27. August hatte ein aus Bangkok kommender Spanier beim Umsteigen über einen Notausgang den Sicherheitsbereich für EU-Flüge ohne Kontrolle betreten. Die Folge war eine mehrstündige Sperre von Terminal 2, rund 200 Flüge wurden abgesagt, viele waren verspätet, rund 25 000 Reisende waren betroffen. Auch am 10. Oktober 2018 gab es einen Vorfall, bei dem ein Passagier eine „alarmgesicherte Tür“ geöffnet hatte – Terminal 2 wurde für eine halbe Stunde gesperrt. Ernst Weidenbusch (CSU), Landtagsabgeordneter und bis Ende vorigen Jahres Mitglied des Aufsichtsrates am Flughafen, vermutet, dass die Beschilderung der Notausgänge im Sicherheitsbereich schuld an den Pannen ist: „Da steht nur Notausgang auf Deutsch, das kann ein Araber oder Spanier nicht verstehen.“ In Frankfurt würde an den Notausgängen auf Englisch vor Missbrauch gewarnt und mit Strafen gedroht. Weidenbusch sagt: „Ich hatte schon voriges Jahr darauf hingewiesen.“ Immerhin seien Stopp-Schilder montiert worden.

Eine Nachfrage der Redaktion am Frankfurter Flughafen ergab, dass es dort seit 2016 nur zwei Sicherheitspannen gegeben hatte, bei denen Passagiere die Sicherheitskontrolle verlassen hatten, obwohl sie vom Personal zu Nachkontrollen aufgefordert worden waren. Bleibt die Frage, ob in München tatsächlich die Türen der Notausgänge schuld sind. „Man muss aktiv die Sicherheitseinrichtungen überwinden“, erklärt Christian Köglmeier, Sprecher der Bundespolizei am Flughafen. Dem Portal „aero.de“ beschrieb Köglmeier das Prozedere so: „Um diese Türen zu öffnen, muss man eine Plastikkappe abreißen und einen Knopf drücken.“ Nach dem Öffnen ertöne ein Alarm, zusätzlich gebe es ein visuelles Signal in Form eines Blinkens.

Der Flughafen erklärt zum aktuellen Vorfall: „Die im Flughafen vorhandenen Notausgangs-, Flucht- und Rettungstüren entsprechen den gesetzlichen Anforderungen der bayerischen Bauordnung.“ Man sei mit den für die Sicherheit am Airport relevanten Stellen im Austausch, um eine missbräuchliche oder irrtümliche Nutzung dieser Zugänge zu erschweren. „In diesem Zusammenhang wird auch der aktuelle Vorfall genau betrachtet werden.“

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