Honigsüße Hoheiten

von Redaktion

Angst vor einem Bienenstich hat Katharina Gegg aus Neuburg an der Donau nicht. Im Gegenteil, sie liebt honigsüße Kuchen und die fleißigen Insekten, denen diese süßen Leckereien zu verdanken sind. Gestern wurde die 25-Jährige beim Imkertag als 11. Bayerische Honigkönig inthronisiert.

VON SUSANNE SASSE

Amberg – Das Gewusel der Bienen beruhigt sie, sagt Katharina Gegg. „Es ist für mich eine unglaubliche Entspannung, mit Bienen zu arbeiten.“ Oder den fleißigen Insekten einfach nur dabei zuzusehen, wie jedes von ihnen emsig für das Wohlergehen des ganzen Volkes mitarbeitet. Quasi perfekt organisieren sich die Bienen selbst. „Sie sind ein pflegeleichtes Hobby, es macht nichts, wenn man sie mal zwei Wochen lang nicht besucht“, sagt Katharina Gegg, die gerade eine Masterarbeit an der Technischen Universität München schreibt, wo sie Management und Technologie studiert hat.

Zwei Bienenvölker hat Katharina Gegg – eines am Lehrbienenstand in Neuburg an der Donau, ein zweites auf dem elterlichen Bauernhof. „Mein Vater hatte früher Bienen, ich wollte unbedingt welche zurückbringen auf unseren Hof“, sagt sie.

Mit Bienen arbeiten kann man nur, wenn man ruhig ist. „Nervosität überträgt sich“, erklärt die Honigkönigin. Sie arbeitet ohne Schutz, also ohne Schleier und Handschuhe: „Dann kann ich besser sehen und bin feinfühliger.“ Wenn sie einmal gestochen wird, sei das nicht weiter schlimm. Dass viele andere Menschen sich da mehr fürchten, kann sie verstehen. Wenn sie Interessierten ihre Bienen zeigt, dürfen die natürlich den Schleier aufsetzen. Wichtig sei, sich nicht vor das Ausflugloch zu stellen, „Das ist ja quasi die Bienenautobahn, wer sich da in den Weg stellt, irritiert.“

Angst vor Insekten hat die Oberbayerin keine. „Wenn sich eine Wespe auf mein Wurstbrot setzt, dann reiße ich vorsichtig das Stück ab, auf dem sie sitzt und beobachte, wie sie mit ihren Fresswerkzeugen hantiert. Wenn man den Leuten erklärt, dass Wespen mit den Fühlern auch riechen und schmecken, sind sie fasziniert.“ Katarina Gegg liebt es, die Natur zu beobachten. Als Kind sammelten sie und ihre fünf Geschwister gerne etwa Raupen ein, pflegten und fütterten sie sorgsam und beobachteten die Entwicklung zum Schmetterling. Wenn sie über Insekten spricht, gerät Katharina Gegg ins Schwärmen – über bezaubernde kleine Wildbienen, die meist in der Erde leben, oder über den eleganten Flug der Libellen. „Viele Menschen sind auf die Schönheit der Natur noch nie richtig aufmerksam gemacht worden. Das möchte ich ändern.“

Sie will ihre Regentschaft auch dafür nutzen, für eine insektenfreundliche Umwelt zu werben. Sie rät allen Gartenbesitzern dazu, zumindest einen Teil ihres Gartens verwildern zu lassen, regionale Blühmischungen anzusäen und darauf zu achten, dass auch im Herbst noch nektar- und pollenreiche Pflanzen blühen.

Die Honigkönigin und die neue Honigprinzessin Alexandra Krumbachner aus Traunstein werben in den nächsten zwei Jahren für Honig und für die Imkerei – gemeinsam mit den 30 000 bayerischen Imkern im Landesverband Bayerischer Imker und den 4000 Mitgliedern des Verbands Bayerischer Bienenzüchter.

Die 24-jährige Honigprinzessin Alexandra Krumbachner ist gelernte Hauswirtschaftsmeisterin und arbeitet als Besamungstechnikerin. Auf dem elterlichen Bauernhof werden seit Generationen Bienen gehalten. Dort half sie von klein auf ihrem Vater in der Imkerei.

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