München – Vor dem Klimastreik am Freitag hat Kultusminister Michael Piazolo (FW) zur Mäßigung aufgerufen. Das Ziel vieler Schüler, durch die Demonstrationen während der Schulzeit mediale Aufmerksamkeit zu haben, sei schon länger erreicht, sagte Piazolo dem Sender „Antenne Bayern“. Es sei Aufgabe der Schulleiter, hier angemessen zu reagieren. „Dass man, wenn jemand das erste Mal fehlt, anders reagiert, als wenn jemand das fünfte Mal fehlt, liegt nahe“, sagte Piazolo. Konsequenzen könnten vom Nachholen des Unterrichts über einen Verweis bis zu einem Bußgeld reichen. Grünen-Oppositonschef Ludwig Hartmann reagierte mit Unverständnis auf die Aussagen. „Den Schülern unterschwellig mit Bußgeld zu drohen, ist ein Unding. Ein Kultusminister sollte sie eher zum Streik ermutigen“, sagte er unserer Zeitung. „Das ist schließlich die größte und wichtigste politische Jugendbewegung des Jahrhunderts und ein Lehrstück für gelebte Demokratie.“
Zum Thema Klimastreik macht sich seit gestern auch die Stadtverwaltung Gedanken. Auf Anfrage der Grünen und von SPD-Stadträtin Anne Hübner prüft das Personalreferat, ob es die Kernarbeitszeit aussetzt, um den städtischen Beschäftigten die Teilnahme an der bundesweiten Demo zu ermöglichen. Nach Informationen unserer Zeitung ist das nur noch Formsache. Fehlzeiten wegen der Teilnahme an der Münchner Demo (12 Uhr Königsplatz) könnten durch Überstunden ausgeglichen werden. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus. Der Berliner Senat hat die Teilnahme am Klimastreik den städtischen Mitarbeitern erlaubt, fügte aber an: „Wer zur Demo will, die in der Kernarbeitszeit liegt, kann vor- oder nacharbeiten.“ Gestern hat zudem die Spardabank ihren Mitarbeitern maximal drei Stunden frei gegeben. ska/dw