Familien- und Ahnenforschung bestand lange Zeit hauptsächlich aus mühsamen Recherchen in Archiven. Seit einigen Jahren lassen sich auch aus dem menschlichen Erbgut Erkenntnisse über Herkunft und Verwandtschaftsverhältnisse ziehen. Immer mehr kommerzielle Anbieter analysieren DNA-Proben, um Aussagen zu treffen, aus welchen Regionen der Welt wie viele Vorfahren eines Auftraggebers stammen. Ab 60 Euro sind solche Tests zu haben. Im Groben funktioniere das, sagen Wissenschaftler. Aber schon bei benachbarten Ländern sei durch Wanderungen der Genpool so gemischt, dass es schwierig werde. Dass gar auf die Herkunft aus bestimmten Teilregionen eines Landes geschlossen werden kann, wie es manche Anbieter versprechen, wird bezweifelt.
Auch Verwandtschaftsverhältnisse von mehreren Menschen, von denen Proben vorliegen, lassen sich bis zu einem gewissen Grad feststellen. Kritik kommt aber von Datenschützern. Mit der eigenen DNA gebe man sehr sensible persönliche Daten preis. Mit dem vordergründigen Angebot der Familienforschung würden Unternehmen riesige Datenbanken zur kommerziellen Genforschung anlegen. Oft fehle auch die in Deutschland vorgeschriebene humangenetische Beratung.