Bayern soll noch exzellenter werden

von Redaktion

Zwei Exzellenz-Unis hat Bayern schon: die Ludwig-Maximilians- Universität München und die Technische Universität München. Doch zwei „Leuchttürme“ sind dem Freistaat nicht genug. Das ist ehrgeizig – aber eine Gratwanderung.

VON BARBARA NAZAREWSKA

München – Erst vor wenigen Tagen kam der Bescheid. Seither hat es Bayern schwarz auf weiß: Im Freistaat gibt es weiterhin zwei Exzellenz-Unis – die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und die Technische Universität (TU) München; das hatte im Juli der Wissenschaftsrat entschieden.

Gestern, bei der offiziellen Feierstunde zur Titel-Verleihung, sprach Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) von einer „hohen historischen Bedeutung“. Immerhin hatten sich beide Hochschulen zum dritten Mal in Folge durchgesetzt – und dürfen damit den Titel erstmals unbefristet tragen.

Allerdings müssen sie 2026 eine Überprüfung erfolgreich durchlaufen. Keine leichte Aufgabe. Denn bis dahin stehen teils große Umwälzungen an – und ein ambitionierter Plan von Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Söder will, dass es in Zukunft weitere Exzellenz-Universitäten gibt. Kürzlich erst sagte er, mit lediglich zwei in Bayern könne man sich nicht abfinden. Neue Hochschul-Kooperationen sollen demnach etwa zu einer fränkischen oder einer ostbayerischen Exzellenzuni führen.

„Wir haben kein Problem damit, dass Bayern eine weitere Exzellenz-Universität bekommt“, stellte gestern der scheidende TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann klar; er übergibt seinen Posten am kommenden Montag offiziell an Prof. Thomas Hofmann. Nur: Man dürfe sich im Freistaat nicht allein darauf konzentrieren. Sein designierter Nachfolger erklärte, dass man gern aus zwei drei machen könne – aber aufpassen müsse, dass eben am Ende nicht aus zwei null würden. Denn: „Jede Exzellenz setzt Fokus voraus, nicht eine Breitenwirkung.“ LMU-Präsident Prof. Bernd Huber mahnte: „München darf nicht vergessen werden!“ Denn ein „Selbstläufer“ sei der Exzellenz-Status nicht. Im Gegenteil.

In den kommenden sieben Jahren fließen Fördergelder in Millionenhöhe aus dem entsprechenden Bund-Länder-Programm an die beiden Unis. Die LMU will vor allem den anstehenden „Generationenwechsel“ anpacken, etwa indem sie wissenschaftlichen Nachwuchs stärker fördert; zudem neue wissenschaftliche Gebiete besetzen – als Beispiel nannte Prof. Huber das Fach „mathematische Philosophie“. Und: Den Fokus noch mehr auf zukunftsträchtige Querschnittsthemen legen, wie Digitalisierung, Internationalisierung sowie Gleichstellung und Inklusion. Es gehe auch insbesondere um die Vernetzung mit der Gesellschaft: „Die Wissenschaft muss für Bürgerinnen und Bürger greifbar gemacht werden“, erklärte Prof. Huber.

Der TUM steht nach Worten von Prof. Herrmann „die tiefgreifendste Umstrukturierung in 150 Jahren“ bevor: Die Ingenieurausbildung müsse sich mehr an „gesellschaftlichen Notwendigkeiten“ orientieren, dafür sollen unter anderem Sozial- und Geisteswissenschaften massiv verstärkt werden. Prof. Hofmann ergänzte: „Technik ist für den Menschen gemacht“; die TUM sei kein isoliertes Silo. Er plane, das „alte Fakultätssystem hinter uns zu lassen“, Fachgrenzen einzureißen, Talente zu fördern. „Exzellenz ist kein Geburtsrecht.“ Und: „Der Wettbewerb ist international – wir müssen uns weiter anstrengen!“

Damit Bayern noch exzellenter wird, stellte Wissenschaftsminister Sibler einen 3-Punkte-Plan vor. Im Fokus stehen „strategische Verbünde für mehr Kooperationen“ zwischen Universitäten – damit ließen sich die jeweiligen Profile in einem Forschungsbereich weiter stärken. Zudem gibt es eine „Nachhaltigkeitsgarantie“ – der Freistaat unterstützt alle Unis, die mit einem Forschungsbereich bei der Exzellenzinitiative erfolgreich waren, weiter. Und: „Mit einer Innovationsoffensive machen wir unsere Universitäten zu noch moderneren, noch leistungsfähigeren Einrichtungen“, erklärte Sibler.

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