Fürstenfeldbruck – Die Horrornacht einer Familie in Fürstenfeldbruck muss seit gestern das Landgericht München II aufrollen. Angeklagt ist der Vater (56), ein Rechtsmediziner der Luftwaffe. Ihm wird versuchter Totschlag zur Last gelegt. Der psychisch kranke Mann war im November mit einem Messer auf seine Frau und die beiden Kinder (10 und 12 Jahre) losgegangen. Der Bub und das Mädchen schliefen vermutlich, als der Vater ihnen das Messer in den Rücken bzw. in den Hals rammte.
Gellende Schreie hallten durch das Haus, als die 12-Jährige als Erste getroffen wurde. Sie lag in ihrem Bett, Kissen und Decke waren rasch blutgetränkt. Das Mädchen schrie vor Schmerzen und Angst. Die Mutter wachte auf, sah ihren Mann über den Buben gebeugt. Der Kleine schlief auf einer Matratze am Fußende des Elternbettes. Der Angeklagte wandte sich nun zuerst seiner Frau zu, sie erlitt leichte Schnittwunden, das Messer konnte sie ihm zunächst nicht aus der Hand reißen. Zweimal stach der 56-Jährige seinem Sohn in den Hals. Dabei gab er unartikulierte Laute von sich. Schließlich konnte die Mutter ihm doch noch das Messer entreißen. Daraufhin würgte sie der Mann, doch in Todesangst riss sie sich los und flüchtete mit den blutüberströmten Kindern zu den Nachbarn. Der Mann stach sich in Suizidgefahr das Messer in den Bauch. So zumindest wird der Tatablauf in der Anklage skizziert. Die wurde gestern im Gericht vorgelesen. Danach wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Über Motiv, Erkrankung oder mögliche Schuldunfähigkeit gab es keine näheren Informationen. Am nächsten Verhandlungstag werden die Nachbarn vernommen. wal