Gebirgsschützen suchen Schützenkönig

von Redaktion

Kreuth/Bad Tölz – Dieses Jahr haben sie eine weite Reise hinter sich: Die Schützenscheiben, die am Wochenende beim Bundesschießen der Bayerischen Gebirgsschützen ausgeschossen werden, stammen aus Ungarn.

„Der Maler ist ausgewandert“, erklärt Bundesschützenmeister Harald Schrangl. Schon seit Jahrzehnten gestaltet Günter Hein, selbst langjähriger Gebirgsschütze bei der Kompanie Bad Aibling (Kreis Rosenheim) und Restaurator im Ruhestand, die Scheiben. „Es ist eine Kunst die nicht viele beherrschen“, sagt Schrangl. Geschossen wird schon lange nicht mehr auf die Scheiben: „Sie wären viel zu schade dafür.“

800 Gebirgsschützen aus 47 Kompanien messen sich beim Bundesschießen in Bad Tölz (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und Kreuth (Kreis Miesbach). Als Gäste sind Südtiroler Schützen dabei. „Aber König kann nur ein Bayer werden und der erste Preis der Ehrenscheibe bleibt auch in Bayern“, betont Schrangl. Auch Marketenderinen können den Königstitel nicht gewinnen.

Geschossen wird mit einem Kleinkaliber-Gewehr, in einer Entfernung von 100 Metern – mit voller Montur und Schützenhut. „Dadurch haben alle die gleichen Bedingungen“, erklärt Schrangl. Es gibt mehrere Wertungen. Um die Scheiben zu gewinnen zählen die Mannschaftswertungen in der Schützen- und der Seniorenklasse.

Die Senioren-Scheibe wurde vom Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter gespendet, sie ziert die Frauenkirche und ein Krug mit dem Münchner Kindl. Auf der Schützen-Scheibe ist eine Gebirgsschützen-Corps-Fahne zu sehen. „Sie ist auch auf der Rückseite des Heimatpreises des Ministerpräsidenten, den wir bekommen haben“, erklärt Schrangl. cla

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