München – Die Ankerzentren für Flüchtlinge sind umstritten – nun haben auch mehrere Experten im Landtag viel Kritik an den Einrichtungen geübt. In einer Anhörung des Rechtsausschusses beklagten gestern mehrere Sachverständige eine unzureichende oder fehlende unabhängige Beratung der Asylbewerber, warnten vor einer zu langen Aufenthaltsdauer und kritisierten eine wenig kindgerechte Unterbringung. Ein Kinder- und Jugendpsychiater sprach sogar von einer strukturellen Gefährdung des Kindeswohls. Die Grünen forderten deshalb die Abschaffung der Ankerzentren. Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, verteidigte diese dagegen. Er argumentierte, genau wie die Regierung, dass Asylverfahren nun schneller und effektiver abliefen. Der Kinderpsychiater Daniel Drexler kritisierte, die Lebensumstände in den Ankerzentren machten die Kinder und Jugendlichen krank. Und auch die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege bekräftigte, Rechte von Kindern würden in den Ankerzentren nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Die Wohlfahrtsverbände und der Flüchtlingsrat wollen die Rückkehr zu kleineren Einrichtungen.