Michaela – Ahaa!

von Redaktion

EIN HIT MACHTE IHN UNSTERBLICH: Bata Illic ist mit 80 Jahren immer noch gefragt

VON JÖRG HEINRICH

Gräfelfing – Die beiden größten Erfolge von Bata Illic liegen 36 Jahre auseinander. 1972 sorgte er mit seiner einzigen Nummer-1-Single dafür, dass bis heute keine Michaela ohne den Namenszusatz „Ahaaa!“ denkbar ist. Michaela-Ahaaa! Und 2008 spukte er als älterer Herr so sympathisch durch den RTL-Dschungel, dass Moderator Dirk Bach das sonderbare Völkchen am Lagerfeuer in „Illic People“ umtaufte, in Anlehnung an die „YMCA“-Sänger Village People.

Der dritte Platz bei RTL und die aufgefrischte Popularität schadeten dem Sänger nicht. Sein Terminkalender ist weiterhin gut gefüllt, von Marktoberdorf bis zum „Schlager unter Palmen“ 2020 auf Kreta. Nur am heutigen Montag singt Bata Illic höchstens privat für Ehefrau Olga, seine Gefährtin seit 56 Jahren. Denn heute feiert Gräfelfings berühmtester serbischer Schlagerbarde seinen 80. Geburtstag. „München ist wie ein Bazillus. Wenn man einmal davon angesteckt ist, dann bleibt man infiziert“, verriet er jetzt über seine Wahlheimat.

In Gräfelfing leben die Illics in einem Häuschen mit Garten, der mindestens so wuchern darf wie Batas berühmte Augenbrauen. Bisweilen kann man ihn und seine Olga vor Ort beim Einkaufen im Rewe sehen. Hier ist er hängengeblieben, nachdem ihn die Amerikaner 1963 mit seiner Band „Grandpa‘s Whites“ aus Belgrad nach Deutschland geholt hatten. Ab 1969 war Bata Illic in Dieter Thomas Hecks „Hitparade“ eine ganz große Nummer. Allein in den ersten zwanzig Ausgaben trat er elfmal auf – damals, als Fernweh-Schlagersänger mächtig angesagt waren.

Bata Illic sorgte für verschmitzten Balkan-Charme, er war quasi der „Radi“ Radenkovic der Hitparade. Als er 1975 noch „Sand in den Schuhen aus Hawaii“ hatte, ließ er im Studio echten Sand aus seinem Schuh rieseln. „Det kommt vom Wannsee“, erkannte Dieter Thomas Heck messerscharf. Dass Illic auf einer Landkarte, die ihm Heck hinstellte, seinen angeblichen Urlaubsort Hawaii nicht zweifelsfrei orten konnte – darauf wird er bis heute angesprochen.

1976, Jahrzehnte vor US-Rappern mit ihren anzüglichen Texten, schaffte es Bata Illic auf die Liste von Liedern, die den deutschen Radiosendern zu „unanständig“ waren. Sein Dixieland-Spaß „Ich möcht‘ der Knopf an Deiner Bluse sein“ wurde von Sittenwächtern boykottiert. Ende der Siebziger, als die alte Schlager-Garde um Chris Roberts und Rex Gildo nicht mehr gefragt war, verschwand auch Bata Illic aus den Hitparaden. Auf der Bühne sorgen Kracher wie „Candida“ oder „Judy, I love you“ aber immer noch für Stimmung.

Heute feiert der nimmermüde Bata Geburtstag, morgen ist er schon wieder im Dienst, auf der Oberrheinmesse in Offenburg.

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