West-Nil-Virus: In Bayern noch keine Ansteckung über Mücken

von Redaktion

München – Zum ersten Mal hat innerhalb von Deutschland eine Mücke einen Menschen mit dem West-Nil-Virus angesteckt: Das Virus wurde bei einem 70-Jährigen aus dem Leipziger Umland festgestellt, der an einer Gehirnentzündung erkrankt war. Inzwischen geht es dem Mann wieder gut.

In Bayern hat es bisher keine Ansteckung über Mücken gegeben. „Aufgrund der zunehmend kühleren Witterungsverhältnisse ist das Risiko einer West-Nil-Virus-Infektion durch einen Mückenstich derzeit gering“, sagt Aleksander Szumilas vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Es sei aber zu erwarten, dass der Virus in Deutschland künftig öfter vorkommt.

Der Erreger wurde 2018 in Deutschland zum ersten Mal bei Vögeln und Pferden nachgewiesen. In Bayern waren zwei Bartkäuze im Wildpark Poing (Kreis Ebersberg) betroffen. Dieses Jahr gab es im Freistaat noch keine Funde bei Pferden oder Vögeln.

Das West-Nil-Virus stammt aus Afrika und wurde 1937 in der Region West Nil in Uganda zum ersten Mal belegt. Besonders verbreitet ist es in warmen Klimazonen. Heuer haben sich vier bayerische Reisende damit angesteckt, 2018 einer. Die Infektionsorte waren dreimal Griechenland, einmal die Türkei und einmal entweder Bulgarien oder Griechenland.

Reiserückkehrer würden aber keine Rolle für die Verbreitung des West-Nil-Virus spielen, sagt Marieke Degen vom Robert Koch-Institut. „Das Virus wird normalerweise durch Mücken zwischen Vögeln übertragen“, sagt sie. „Menschen und Pferde sind Fehlwirte.“ Sie könnten zwar durch Mückenstiche infiziert werden, aber Mücken könnten bei ihnen das Virus nicht aufnehmen und weiterverbreiten. Auch Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt.

In Bayern erkrankte 2018 ein Tierarzt, nachdem er einen der verendeten Kauze obduziert hatte. Die Infektion erfolgte durch direkten Kontakt mit der erregerhaltigen Körperflüssigkeit des Vogels. Der Tierarzt ist ebenfalls wieder genesen.

So ist es in den meisten Fällen. Zu 80 Prozent verläuft eine Infektion mit dem West-Nil-Virus ohne Symptome. Bei knapp 20 Prozent haben die Patienten unspezifische Symptome wie Fieber oder Hautausschlag. Schwere oder tödliche Verläufe sind sehr selten.  cla, lby

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