Bluttat vor dem Supermarkt

von Redaktion

Im niederbayerischen Abensberg wird ein 39-jähriger Mann auf dem Parkplatz eines Supermarkts erschossen. Kurz darauf und ganz in der Nähe wird ein weiterer Mann angeschossen. Die Polizei nimmt zwei Tatverdächtige fest. Doch nur gegen einen der Männer erhärtet sich der Tatverdacht. Das Motiv bleibt bislang unklar.

VON BEATRICE OSSBERGER

Abensberg – Es ist Mittwochabend kurz nach 18 Uhr, als bei der Polizei mehrere Notrufe eingehen. Auf dem Parkplatz vor dem Edeka-Markt in Abensberg habe es eine Schießerei gegeben. Ein Mann liege blutüberströmt auf dem Boden. Als Beamte und Rettungskräfte auf dem Parkplatz eintreffen, können sie dem Mann nicht mehr helfen. Der 39-Jährige ist tot. Zu diesem Zeitpunkt gehen die Ermittler von zwei Tätern aus, die mit einem Wagen geflüchtet sind.

Eine halbe Stunde später: Der Rettungsdienst hat inzwischen Großalarm ausgerufen. Noch während die Ermittler den Tatort sichern, wird nur fünf Autominuten entfernt aus einem Fahrzeug heraus ein Mann angeschossen. Drei Schüsse sollen auf ihn abgefeuert worden sein, berichten Augenzeugen. Wieder seien die Täter mit einem Auto geflüchtet. Das Opfer bleibt schwer verletzt liegen. Ein Rettungshubschrauber bringt den 46-Jährigen ins Krankenhaus. Die Polizei vermutet schnell, dass beide Taten von denselben Tätern verübt wurden.

Die Beamten sind mittlerweile mit einem Großaufgebot im Einsatz. Auch mit einem Polizeihubschrauber wird nach den Tätern gesucht. Augenzeugen hatten den Beamten das Fluchtfahrzeug beschreiben können.

Nur eine Stunde später entdecken Beamte den gesuchten Kastenwagen. Er steht geparkt vor einem Haus in Abensberg. Kurz darauf nehmen die Polizeibeamten zwei Tatverdächtige, 30 und 41 Jahre alt, fest. Sie leisten keinen Widerstand. Auch die mutmaßliche Tatwaffe stellen die Ermittler sicher. „Das war ein schneller Fahndungserfolg“, sagt Günther Tomaschko, Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern.

Die Ermittler sind sich sicher, die beiden richtigen Männer festgenommen zu haben. Noch am Mittwoch teilen sie mit, dass die gezielte Fahndung beendet sei.

Von da an sickern nur noch langsam Informationen durch. Sowohl Opfer als auch Tatverdächtige stammen vom West-Balkan. Bei den Opfern soll es sich nach Informationen der „Bild“-Zeitung um Brüder handeln. Opfer und Täter haben sich zudem untereinander gekannt. „Das haben die bisherigen Ermittlungen ergeben“, sagt Tomaschko. Zu weiteren Einzelheiten in diesem Punkt hält er sich bedeckt.

Im Laufe des gestrigen Tages erhärtet sich der Tatverdacht jedoch nur gegen einen der Festgenommenen. Der 30-Jährige wird auf freien Fuß gesetzt. „Gegen ihn besteht gegenwärtig kein Tatverdacht für eine Beteiligung an den Taten“, sagt Tomaschko. Gegen den 41-Jährigen wurde hingegen Haftbefehl beantragt. Er hat nach bisherigem Ermittlungsstand beide Taten allein verübt. „Wir haben die Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes aufgenommen“, sagt Tomaschko. Ob der Täter beide Taten geplant hatte, lässt der Polizeisprecher offen. Aber er sagt: „Ich würde es keine Zufallstat nennen.“

Auch bei der Frage nach dem Motiv bleibt die Polizei zunächst vage: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Ob sich der Tatverdächtige in den Vernehmungen geäußert hat, behält die Polizei für sich. Das Opfer im Krankenhaus konnte von den Ermittlern noch nicht vernommen werden. Der Mann ist zu schwer verletzt.

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