FDP will Unis reformieren

von Redaktion

München – Bayerns Universitäten und Hochschulen laufen nach Ansicht der FDP Gefahr, den Anschluss an die Weltspitze zu verpassen. Der Hochschulpolitiker Wolfgang Heubisch – früher Wissenschaftsminister – hat deshalb eine Strukturreform vorgeschlagen, die sich an England und den USA orientiert. Dort sind die Universitäten in „Schools“ und „Departments“ gegliedert, nicht wie in Deutschland nach Fakultäten. Heubisch fordert in einem Antragspaket die Umorganisation. „Fakultäten sind oft wenig innovationsfreundlich, teilweise verkrustet und schwerfällig.“ Die Fakultäten müssten als Departments in neue Schools integriert werden. An der TU München gibt es konkrete Vorstöße dafür. Der neue Präsident Thomas Hofmann hat angekündigt, die Fakultäten nach dem angelsächsischen Modell aufzulösen.

Nicht jede Universität in Bayern könne diesem Modell umstandslos folgen, sagt Heubisch. Der Münchner FDP-Politiker fordert daher Experimentierklauseln. In Schools könne stärker interdisziplinär geforscht werden.

Auch die inhaltliche Ausrichtung der Universitäten soll nach Ansicht von Heubisch überprüft werden. Viel zu wenig beachtet werde das enorme Potenzial der Biomedizin oder Biotechnologie. „Synthetische Biologie, Strukturbiologie, Bioengineering, Genomik, Genommedizin, Genome editing, Bio-Hacking und Bioökonomie sind Zukunftsfelder, in denen intensiver geforscht werden muss und vor allem auch zwischen den Forschungsbereichen“, heißt es in einer Presseerklärung.

Bayern werde im Wettbewerb mit den USA und Asien nur bestehen, wenn man internationale Spitzenteams bilde, die interdisziplinär arbeiten. Weitere Bestandteile des FDP-Antragspakets im Landtag sind ein Globalbudget für Forschung und Lehre, das die Eigenverantwortung der Hochschulen stärkt sowie die Einführung eines Vorstudiums und eines Studium generale, um die Abbrecherquoten zu reduzieren. Für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die früheren Fachhochschulen, fordert die FDP ein eigenständiges Promotionsrecht.

Ob die CSU solche Vorstöße aufgreift, könnte sich schon kommenden Donnerstag zeigen. Dann wird Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Regierungserklärung zur Forschungs- und Wissenschaftspolitik abgeben. Söder hatte kürzlich erklärt, er wolle eine dritte Exzellenzuniversität neben den beiden Münchner Unis. Heubisch dazu gegenüber unserer Zeitung: „Bisher gab es immer nur Ankündigungen. Wir müssen endlich mit der Umsetzung beginnen.“  dw

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