Jagdrevier der Mächtigen

von Redaktion

Auf den heutigen Namen musste der Herzogstand lange warten

In den bayerischen Voralpen, nordöstlich vom Walchensee, steht ein Berg, der für einige Jahrhunderte auf den Namen warten musste, unter dem er heute bekannt ist. Als der Herzogstand, 1731 Meter hoch, erstmals in einem Dokument auftauchte, hieß er dort nämlich: Varhenperg.

Der Münchner Namensforscher Wolf-Armin von Reitzenstein berichtet, dass der entsprechende Beleg 1332 in einer Urkunde des Klosters Benediktbeuern zu finden ist – wahrscheinlich in einer Art Grenzbeschreibung. Ein weiterer Hinweis auf den Herzogstand folgt im Jahr 1446, dieses Mal unter dem Namen: Forchenperg.

Der Erstbeleg für den Namen Herzogstand, so sagt es von Reitzenstein, stammt von 1793. Allerdings ist er 1731 in einer alten Karte bereits als Herzog standt eingezeichnet. Dieser Name geht auf Herzog Wilhelm von Bayern zurück, der mit seinem Bruder Herzog Ludwig von 1508 bis 1550 dort oft auf die Jagd ging. Herzog standt, erklärt von Reitzenstein, bedeute, dass es an dem Ort einen Stand für die Jagd gab. Das sei zu jener Zeit jedoch nicht sehr waidmännisch gewesen. „Meistens hat man dort Gämsen eingehegt und dann auf der Jagd getrieben, damit ein Herzog oder König nur abdrücken musste.“

Später ließ König Ludwig II. auf dem Herzogstand das einfache Königshaus bauen, das heute das Wirtshaus ist. CHRISTOPHER MELTZER

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