„Wir halten zam“

von Redaktion

MEIN DORF Studentin Anna Schaber kommt aus Rott am Inn

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Anna Schaber, 22, ist in Rott am Inn aufgewachsen, dort leben 4000 Menschen. Sie hat bei einem ansässigen Unternehmen technische Zeichnerin gelernt und gerade ihr Bachelorstudium in Lebensmitteltechnologie in Freising begonnen.

Aufgrund Ihres Studiums sind Sie nur noch selten in Rott, was fehlt Ihnen am meisten?

Mir fehlen am meisten meine Familie, mein Freund und natürlich Freunde. Aber auch das ruhige Dorfleben, dass man alles mit dem Fahrrad erreichen kann und eigentlich kein Auto braucht.

Was ist Ihr Lieblingsfleckerl in Rott?

Zum einen würde ich sagen der Rotter Ausee, weil man im Sommer baden kann und im Winter Schlittschuh laufen, wenn er gefroren ist. Aber ich mag es auch total gerne am Marktplatz, wenn irgendwelche Feste sind und der ganze Marktplatz voll mit Leuten ist, die zamsitzen und gemeinsam feiern.

Für was ist der Ort bekannt?

In der Umgebung für die Festlichkeiten, wie beispielsweise das Rotter Bierfest. Natürlich auch für die Rokoko-Kirche, die zu einem Kloster gehörte. Und für Franz Josef Strauß, der in Rott in der Familiengruft begraben ist.

Kommen viele Besucher in ihren Heimatort?

Ich würde schon sagen. Vor allem aus den umliegenden Dörfern wegen de Festl. Aber auch von weiter weg wegen der Kirche oder wegen Franz Josef Strauß. Das sind dann vor allem ältere Leute, die mit dem Bus kommen.

Gibt‘s im Ort besondere Veranstaltungen?

Für die Jüngeren ist das Rotter Bierfest ein Highlight. Es gibt aber auch Maibaumaufstellen oder Veranstaltungen vom Theaterverein. Es gibt allgemein viele Vereine, die immer wieder etwas veranstalten. Im Landgasthof Stechl findet dieses Jahr zum zweiten Mal das „Rock am Inn“ statt. Es treten mehrere Bands auf, darunter auch die „Raccoons“, die aus unserem Ort kommen und die Veranstaltung organisiert haben.

Gibt es etwas das Ihnen im Dorf fehlt?

Ich finde, dass eine Bar fehlt im Zentrum, in der sich vor allem die jungen Leute treffen und zamsitzen können.

Was zeichnet die Menschen im Dorf aus?

Ich finde vor allem Zusammenhalt. Es gibt eine große Gruppe bei uns im Freundeskreis. Jeder mag jeden und wir halten zam. Ich glaube, das ist auch über den Dorfrand bekannt, dass sich alle gut verstehen.

Was kann ein Zuagroaster tun, um akzeptiert zu werden?

Gesellig sein, bei de Festl erscheinen, freundlich sein, mit den Leuten reden und sich integrieren.

Interview: Paula L. Trautmann

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