München – In einem neuen Klimaschutzkonzept lehnt der Bayerische Bauernverband zusätzliche große Waldschutzgebiete ab. Für den Klimaschutz sei eine wirtschaftliche Nutzung des Waldes viel besser. Der Verband verweist in dem Konzept darauf, dass Holz als Baumaterial CO2 speichert. Die Nutzung als Brennstoff erspare zudem den Verbrauch anderer fossiler Energien.
Der Verband setzt sich gegen die Kritik von Naturschützern zur Wehr: „Wir wollen herausstellen: Die ganz normal nachhaltig wirtschaftende Landwirtschaft ist ein Teil der Lösung“, sagte BBV-Präsident Walter Heidl. Ein wichtiger Block des Konzepts ist die Forstwirtschaft – „und zwar in zwei Richtungen“, wie Heidl sagte. Der Bauernverband argumentiert mit dem natürlichen Kreislauf im Wald: Lebende Bäume speichern CO2, das nach dem Absterben des Baums bei der Verrottung in freier Natur wieder freigesetzt wird. „Die Nutzung als Bauholz bedeutet im Endeffekt eine langfristige Speicherung von CO2, das der Baum in seiner Wachstumsphase gebunden hat“, sagte Heidl. „Hier haben wir ein großes Potenzial für langfristige CO2-Bindung.“
Das setze aber eine nachhaltige Nutzung voraus. „Also nicht eine Käseglocke drüber setzen und den Wald nicht mehr nutzen. In einem nicht genutzten Wald gibt es ein Nullsummenspiel von CO2-Speicherung und CO2-Freisetzung bei der Verrottung abgestorbenen Holzes.“ Großflächige Schutzgebiete und Nutzungsverbote seien deshalb „im Sinne des Klimaschutzes kontraproduktiv“.
Naturschützer fordern seit Jahren, große Waldgebiete unter Schutz zu stellen. Exemplarisch waren die Diskussionen um einen dritten bayerischen Nationalpark.
Neben der Forstwirtschaft enthält das Konzept weitere Vorschläge und Forderungen, darunter den Humusaufbau auf Äckern zur CO2-Speicherung im Boden und die Förderung von Biomasse-Kraftwerken, um fossile Energien zu ersetzen. lby