Der Chef tritt zurück

von Redaktion

Arbeiter-Samariter-Bund muss Millionen zurückzahlen

Erlangen – Eigentlich sind die Rettungssanitäter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) dazu da, Unfallopfern zu helfen. Seit einigen Monaten braucht der bayerische Landesverband der Hilfsorganisation selbst dringend Hilfe. Mutmaßliche Verfehlungen einzelner Mitarbeiter bei Abrechnungen für Rettungsdiensteinsätze haben zu einem internen Gemetzel und zu einem Köpferollen geführt. Am Mittwoch trat der langjährige Landesvorsitzende, Hans-Ulrich Pfaffmann, zurück. Der gesamte Rest des Landesvorstandes wird sich nicht zur Wiederwahl stellen.

Der einst hauptamtlich tätige Landesgeschäftsführer Thomas Klüpfel und ein weiterer Mitarbeiter hatten längst vorher gehen müssen. „Ich übernehme für diese Lage die politische Verantwortung und gebe sämtliche Funktionen im ASB Bayern mit sofortiger Wirkung zurück, schrieb der frühere Münchner SPD-Landtagsabgeordnete Pfaffmann in Bezug auf die Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen in einer Stellungnahme.

Tags zuvor war der schriftliche Zwischenbericht eines Wirtschaftsprüfers bekanntgeworden, der die Vermutung schwerer Verfehlungen erhärtet hatte. Der aber auch dem ASB insgesamt kein gutes Zeugnis ausstellte: Das Gesamtbild zeigt eine eher chaotische Rechnungslegung. Personalkosten und auch Sachkosten konnten offenbar nicht einwandfrei zugeordnet werden. Der neue Geschäftsführer Jarno Lang will jetzt ein neues, modernes Buchhaltungssystem einziehen, damit Verfehlungen „so unwahrscheinlich wie nur möglich werden“, sagte er. Der ASB Bayern rechnet damit, dass er Krankenkassen mehr als sechs Millionen Euro zurückzahlen muss. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, die seit Juni wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall ermittelt, geht für die strafrechtliche Relevanz von einer geringeren Summe aus. Ein Teil der mutmaßlichen Taten sei verjährt.  lby

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