München – Um zugespitzte Zitate ist Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) selten verlegen. Er kann im Bierzelt wie in sozialen Netzwerken kräftig austeilen. Doch über einen Satz, den er bei seiner Rede vergangene Woche auf den Internationalen Jagd- und Schützentagen auf Schloss Grünau bei Neuburg an der Donau fallen ließ, schimpft nun die Opposition.
Mit Bezug auf die Debatte um ein Messerverbot auf öffentlichen Plätzen sagte Aiwanger: „Ich bin überzeugt, Bayern und Deutschland wären sicherer, wenn jeder anständige Mann und jede anständige Frau ein Messer in der Tasche haben dürfte und wir würden die Schwerkriminellen einsperren.“
Während es von den Jägern vereinzelt Applaus gab für diese Aussage, ist die Opposition wenig begeistert. SPD-Fraktionschef Horst Arnold hält die Wortwahl für „Taschenmesserpopulismus“ der einer seriösen Sicherheitspolitik widerspreche. Katharina Schulze (Grüne) wirft Aiwanger eine „mittelalterliche Vorstellung zur Konfliktlösung“ vor. „Wer zur Selbstbewaffnung der Bürgerinnen und Bürger aufruft, redet einem Faustrecht das Wort.“ Aiwanger sollte sich schnellstens korrigieren.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reagierte gestern zurückhaltend. Er kenne die Äußerung nicht – so wie sie klinge, könne sie aber von Aiwanger sein. dg