Tremmel kritisiert Polarisierung in der Kirche

von Redaktion

Münchner Diözesanratsvorsitzender fordert echte Einbeziehung der Laien

München – Der Münchner Diözesanratsvorsitzende Hans Tremmel hat die zunehmende Polarisierung in der katholischen Kirche kritisiert. „Die einen fordern zu schnell zu viel und gefährden deshalb leichtfertig die Einheit“, sagte Tremmel bei der Vollversammlung des höchsten Laiengremiums im Erzbistum München und Freising. „Die anderen aber steuern durch ideologische Nichtbewegung oder besser durch ihre No-Deal-Strategie auf eine faktische Trennung von vielen Gläubigen zu. Ich halte beides für falsch.“ Tremmel bezog sich dabei auf den „Synodalen Weg“ und die Amazonas-Synode.

Bei den anstehenden Diskussionen dürfe die Messlatte nicht übertrieben hoch gehängt werden, andererseits die damit verbundenen Chancen und Hoffnungen auch nicht „im vorauseilenden Gehorsam“ kleingeredet werden. „Wir sollten ruhig, konsequent und ergebnisoffen dranbleiben, bewusst an der Seite unseres Erzbischofs.“ Wichtig sei bei innerkirchlichen Fragen und Prozessen eine echte Einbindung der Laien.

Auch der scheidende Generalvikar Peter Beer warnte vor einem Lagerdenken. Es sei wichtig, den anstehenden Strategieprozess in der Erzdiözese gemeinsam anzugehen. „Wir müssen nicht alle gleich sein, aber wir können im Umgang mit Unterschieden der Welt zeigen, was es heißt, gläubige Menschen zu sein.“ Seine zehnjährige Amtszeit sei vor allem vom Missbrauchsskandal und dessen Aufarbeitung geprägt gewesen. Und es sei nicht zu erwarten, „dass die Zeiten einfacher werden“. Herausforderungen seien der Rückgang der finanziellen Ressourcen oder die Frage nach der Gewinnung neuer Fachkräfte.

Beers Nachfolger und momentaner Stellvertreter, Christoph Klingan, sagte, beim anstehenden Strategieprozess müsse geklärt werden, „was ist es, das uns antreibt, was ist uns wichtig, was wollen wir für die Zukunft setzen?“ Das neue Leitungsmodell für die Bistumsverwaltung mit Klingan als Generalvikar und Stephanie Herrmann als Amtschefin bezeichnete er als „echtes Neuland“. Dass künftig eine Frau in dieser Position die Bistumsverwaltung leiten und repräsentieren werde, nannte der künftige Generalvikar ein „starkes Zeichen in unserer Zeit“.  kna

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