„Wir wollen traditionelle Musik erhalten“

von Redaktion

INTERVIEW Landwirtin über die Auszeichnung ihres musikantenfreundlichen Wirtshauses

Freising – „In unseren Gaststätten erleben wir Heimat. Hier kommen Menschen zusammen zum Ratschen, Diskutieren oder Geselligsein. Zu unserer Wirtshauskultur gehört auch das spontane Singen und Musizieren“, sagte Heimatminister Albert Füracker bei der Verleihung des Prädikats „Musikantenfreundliches Wirtshaus“. 19 Wirte aus ganz Bayern wurden am Montag auf der Burg Trausnitz in Landshut für ihre musikantenfreundlichen Gastronomie-Betriebe ausgezeichnet. Unter den Geehrten sind auch Sonja und Stephan Hörmannskirchner. Sie betreiben auf ihrem Erlebnisbauernhof Wieser in Mauern bei Freising ein Wirtshaus, in dem bayerische Musik und Gstanzl nicht wegzudenken sind.

Frau Hörmannskirchner, waren Sie über die Auszeichnung überrascht?

Überrascht nicht wirklich, denn wir haben uns selbst dafür beworben und mit viel Mühe unser Wirtshaus beim Gremium vorgestellt. Aber wir freuen uns riesig, dass wir die Auszeichnung mit unserem Erlebnisbauernhof bekommen haben – schließlich steckt da viel Herzblut drin.

Dürfen in Ihrem Wirtshaus dann zu jeder Zeit Musikanten spontan auftreten?

Spontane Auftritte klappen bei uns leider nicht. Wir haben sehr viele Anfragen und alle Termine, an denen wir unser Wirtshaus für Musikevents offen haben, sind schon lange im Voraus ausgebucht. Da wir parallel einen landwirtschaftlichen Betrieb haben, können wir die Musikabende nur in der kalten Jahreszeit machen.

Welche Musikanten treten bei Ihnen auf?

Alles, was unter authentisch, bodenständig, traditionell und bairisch reinpasst. In erster Linie sind es Gruppen aus der Region und dem Umland. Uns ist es wichtig, die Region zu stärken sowie Tradition und Brauchtum zu pflegen.

Welche Verbindung haben Sie persönlich zur Musik?

Eine sehr große. Mein Vater ist Kirchenmusiker, ich selber spiele von klein auf mehrere Instrumente, wie zum Beispiel Klavier und Gitarre. Unser Sohn spielt Akkordeon und die Tochter Hackbrett.

Wie läuft so ein Musikabend in Ihrem Wirtshaus ab?

Wir begrüßen immer die Gäste und Musiker und dann gibt es unsere bayerischen Brotzeitbrettl mit selbst gemachtem Bauernbrot, Käse und Speck. Und dann spielt natürlich die Musik oder jemand singt Gstanzl. Es ist immer ein rundum gemütliches und traditionelles Beisammensein.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Irgendwie war es ein Selbstläufer. Unser Motto auf dem Bauernhof ist auch „Wissen, wo es herkommt“. Die Ursprünglichkeit, das Zurück zu den Wurzeln ist ein roter Faden, der sich bei uns durch alles zieht. Das spiegelt sich auch in der Wirtshausmusik wieder. Wir wollen die traditionellen Lieder und die Musik erhalten. Wenn die Lieder nicht mehr gesungen werden, dann geraten sie in Vergessenheit.

Wie kommt das bei den Gästen an?

Das kommt sehr gut an. Wir bekommen durchweg positive Rückmeldung. Stammgäste sichern sich gleich ihre Plätze und es wurde öfter der Wunsch geäußert, dass wir noch mehr von den Abenden organisieren.

Haben Sie das vor?

Irgendwann schon, aber momentan sind wir ausgelastet. Unser Hauptstandbein ist die Landwirtschaft, das Wirtshaus mit den Musikevents läuft parallel und ich habe auch noch drei Kinder. Der Jüngste wurde heuer eingeschult. Wenn die Kinder größer sind, dann würde ich die Wirtshausmusik gerne noch mehr ausbauen.

Das Interview führte: Felicitas Bogner

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