INTERVIEW
Der Gröbenzeller Gerd Zeller, 72, ist leidenschaftlicher Minigolfer. Die Passion dafür wurde während eines Urlaubs geweckt. Dort spielte er drei von vier Wochen Minigolf. Danach war er überzeugt: Das ist meine Sportart. Seit 41 Jahren spielt er nun aktiv im Verein und ist seit 16 Jahren Präsident des Bayerischen Minigolfsport Verbands. Er verrät, was Minigolf ausmacht.
Verdient man als Minigolfer Geld?
Nein, leider nicht. Wir geben meistens nur Geld aus. Ich habe letzte Woche einen Fernsehbericht über Marcel Noack, den Minigolf-Weltmeister aus Rheinland-Pfalz, gesehen. Darin wurde gesagt, dass er in 23 Jahren Sport gerade einmal 2000 Euro verdient hat.
Welche Voraussetzung sind für das Minigolfen erforderlich?
Man muss nervenstark sein, weil Zwölf- Stunden-Turniere gespielt werden müssen. In der Regel werden drei Mal 18 Bahnen gespielt. Insgesamt dauert ein Turnier zwölf Stunden, weil dort bis zu 80 Personen teilnehmen. Zwischen den Durchgängen hat der Spieler meist zwei Stunden Pause. Das heißt zwar, dass keine zwölf Stunden durchgespielt werden, die Konzentration aber trotzdem immer oben gehalten werden muss.
Gibt es Ligen im Minigolf?
Ja, wir haben eine erste, zweite und dritte Bundesliga. In Bayern gibt es eine Bayernliga und Oberliga. Als unterste Ebene haben wir eine Landesliga. Mein Verein, der MSK Olching, spielt momentan in der zweiten Bundesliga Süd. Der beste von den fünf Vereinen aus dieser Liga ist aus Ingolstadt, darauf folgen die Clubs aus Heilbronn, Neutraubling, Murnau.
Was macht ein Minigolfer im Winter?
Wir spielen Hallenturniere. Es gibt je eine Halle in Mannheim und in Salzburg, wo man im Winter trainieren kann.
Welche Arten von Minigolfplätzen gibt es?
Es gibt Betonanlagen, Anlagen aus Faserzementplatten sowie Filzbahnen. Die Bälle werden nach Art der Bahn und der Außentemperatur ausgewählt.
Wie kann man sich das vorstellen?
Ein Ball sollte immer 20 Grad haben. Wenn es heiß draußen ist, muss der Ball gekühlt werden. Bei kalten Temperaturen steckt der Spieler den Ball in Socken und die Frauen stecken den Ball in den BH. Hat der Ball nicht die richtige Temperatur, läuft er auf der Bahn nicht so gut.
Werden Sie für Ihre Sportart manchmal belächelt?
Ja, denn Minigolf wird oft nicht als Sportart wahrgenommen. Ich denke, dass jede Sportart ihren Reiz hat. Jede Sportart sollte so akzeptiert werden, wie sie ist.
Was sagt eigentlich Ihre Frau zu Ihrer Minigolf-Leidenschaft?
Sie spielt besser Minigolf als ich, sie ist nämlich zweifache deutsche Meisterin.
Interview: Leyla Yildiz