Kampf den E-Bikes in den Bergen

von Redaktion

Es ist ein großer Trend: Immer mehr Radler sind mit Elektro-Rädern in Bayerns Bergen unterwegs. Das möchte der Bund Naturschutz jetzt eindämmen – und fordert Verbote.

VON CLAUDIA SCHURI

München – Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz (BN), wählt deutliche Worte: „Es ist ein Irrsinn, was im Moment stattfindet.“ Seine Sorge: die starke Zunahme der Elektro-Fahrräder in den Bergen. Seine Forderung: „Der Bergsport darf kein Motorsport werden.“

Gemeinsam mit Axel Doering, Sprecher des BN-Landesarbeitskreises Alpen und Vorsitzender der Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen, sowie Friedl Krönauer, Vorsitzender der Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen, hat er jetzt ein Diskussionspapier zu dem Thema vorgestellt.

„Die große Menge an E-Bikes in den Bergen ist nur schwer verkraftbar“, sagt Krönauer. Die Naturschützer befürchten Erosions- und Vegetationsschäden: „Durch die E-Mountainbikes werden auch versteckte und kleine Wege vereinnahmt, die bisher noch durch die Schwerkraft vor Radfahrern geschützt waren“, erklärt Doering. Während früher nur gut trainierte Sportler mit dem Rad den Berg hochstrampeln konnten, schaffen es mit Motor-Unterstützung auch nicht so fitte Radler.

„Dadurch nehmen die Konflikte zwischen Radfahrern und Wanderern zu“, sagt Doering. „Uns ist wichtig, dass der Fußgänger Vorrang hat.“

Seit 2012 sind im bayerischen Naturschutzrecht langsame Pedelecs und unmotorisierte Fahrräder gleichgestellt. „Die Rechtsauffassung ist überholt“, findet Axel Doering. Der Verband fordert, dass künftig nur noch Räder ohne elektrische Unterstützung auf geeigneten Wegen in den Bergen fahren dürfen. „Für Rad-SUVs haben wir keinen Platz in den höchsten Alpenregionen“, sagt Richard Mergner. Er befürwortet deshalb ein grundsätzliches Verbot von Pedelecs im alpinen Gebiet. „Den Landkreisen würde es dann freistehen, einige geeignete Wege für die E-Bike-Nutzung freizugeben“, erklärt Mergner.

Kriterien dafür sollten unter anderem der Ausbaustandard, die Intensität der Nutzung, das Konfliktpotenzial sowie die naturschutzfachliche Wertigkeit des Gebiets sein. „Auf einem ausgebauten Forstweg zum Beispiel spricht ja nichts gegen die E-Bikes“, sagt Mergner. „Aber hinter der Forstschranke hat der Motor eigentlich nichts zu suchen.“

Das sieht nicht jeder so. Unter anderem hat die Deutsche Initiative Mountainbike das Diskussionspapier kritisiert. Pedelecs seien wie klassische Fahrräder zu beurteilen, heißt es in einer Stellungnahme. E-Bike-Fahrer seien vorwiegend in den unteren Hanglagen unterwegs, die bereits durch Alm- und Forstwirtschaft intensiv genutzt würden und Konfliktpotenzial würde sich auf wenige Wochenzeiten an beliebten Hotpots beschränken, argumentiert die Initiative. Der Bund Naturschutz möchte seine Vorschläge nun Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) unterbreiten.

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