Kitzbühel – Die Debatte um den frühen Skisaison-Start auf der Resterhöhe bei Mittersill im Tiroler Pinzgau ist nicht neu – aber jedes Jahr aufs Neue sehr heftig. Schon am Freitag posierten die beiden Tiroler Grünen Gebi Mair und Georg Kaltschmid symbolisch mit einer Brechstange vor dem weißen Schneeband auf 1800 Metern Höhe. Anschließend veröffentlichten sie das Video auf Facebook. Im Hintergrund ist eine Pistenraupe zu sehen, die den konservierten Schnee aus dem letzten Winter als schmalen Streifen zwischen den grünen Hängen bis ins Tal aufträgt. „Tourismus mit der Brechstange“ werde hier betrieben, schimpft Gebi Mair in die Kamera. „Tirol hat im Herbst viel zu bieten – das muss nicht so aussehen“, ärgert er sich. Sein Landtagskollege Kaltschmid ergänzt: „Diese Bilder schaden dem Tiroler Tourismus und der Umwelt. So ein Disney-Land brauchen wir hier wirklich nicht.“
Doch nicht alle sehen den frühen Ski-Start bei mildem Herbstwetter so kritisch. Schon vor Betriebsbeginn um 9 Uhr hatte sich am Samstagmorgen eine lange Schlange von Wintersportbegeisterten an der Bergbahn gebildet. Vor allem als Trainingsmöglichkeit und für Saisonkartenbesitzer sei es attraktiv, schon im Oktober Skifahren zu können, sagt der Chef der Kitzbühler-Bergbahn, Josef Burger. Er betont, dass man sich bei dem Pistenstreifen an alle gesetzlichen Bestimmungen gehalten habe. „Wir stören niemanden“, sagt er. „Aber wir möchten für unsere Gäste Wintersportfreude möglich machen.“ Das sei ein ernsthaftes Marketing-Modell und angesichts der bereits 7700 verkauften Saisonkarten sicher kein Schlag ins Wasser.
Dennoch kommt für ihn die Kritik nicht überraschend. „Wir respektieren andere Meinungen“, sagt Burger. „Aber wir hoffen, dass das auch umgekehrt so ist.“
Er selbst hat den Eröffnungstag bereits für seine erste Abfahrt in dieser Saison genutzt. „Es war bärig“, sagte er danach. kwo