München – Alte Bayerische Landesgeschichte, Lateinische Philologie des Mittelalters oder Theoretische Linguistik haben mindestens zweierlei gemeinsam: Sie gelten als Geistes- oder Sozialwissenschaft – und sie ziehen kaum noch Studenten an. Alle drei Studiengängen hat die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität mittlerweile vom Semesterplan gestrichen.
Auch die anderen Bayerische Unis trennen sich immer wieder von Studiengängen. Es gibt zwar keine vollständige Übersicht über die abgeschafften Studiengänge der vergangenen 20 Jahre in Bayern, auffällig ist aber: Bei den allermeisten gestrichenen Fachrichtungen handelt es sich um geistes- oder sozialwissenschaftliche Studiengänge. So hat beispielsweise die Uni Regensburg laut einer Sprecherin mittlerweile unter anderem Romanische Philologie auf Lehramt, Amerikanistik oder Evangelische Theologie und Religiöse Bildungsarbeit gestrichen.
Neben dem ausbleibenden akademischen Nachwuchs, setzen die Unis auch aus anderen Gründen den Rotstift an. So fielen an der Uni Würzburg einige naturwissenschaftliche Studiengänge wie Fokus Physik, oder Space Science and Technology weg, weil Fördergelder ausliefen.
Doch nicht immer werfen die Unis einen Studiengang aus dem Angebot, wenn sich kaum jemand dafür einträgt. Auf der Liste der Studiengänge mit wenig Zulauf, finden sich einige Altertumswissenschaften wie eben Archäologie. So kann an der LMU nach wie vor Ägyptologie studiert werden, obwohl dort derzeit nur zwei Studenten eingeschrieben sind, bei Altorientalistik sind es drei. lby