Dachau – Wegen einer Jagd auf Löwen-Fans am Dachauer Bahnhof hat sich ein 27-jähriger Betriebswirt aus der FC-Bayern-Hooliganszene vor Gericht verantworten müssen. Ihm wurde vorgeworfen, Anführer einer Gruppe gewesen zu sein, die im Mai 2018 Fans des TSV 1860 München abfangen wollten, um sie zusammenzuschlagen und ihnen die Fan-Shirts abzunehmen. An dem Tag hatten die Löwen den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt gemacht.
Die Hooligans waren vermummt, die Polizei konnte sie aber dank Kamerabildern und szenekundiger Beamter ausfindig machen. Zunächst passte die Gruppe einen 21-Jährigen ab, der auf dem Weg zu seinem Auto war. „Gib mir dein Shirt oder ich brech dir die Nase“, brüllte einer der Hooligans. Der 21-Jährige konnte gerade noch fliehen. Weniger Glück hatte ein 26-jähriger Löwen-Fan: Nach einem Faustschlag ins Gesicht fiel er zu Boden und die Täter zogen ihm sein Shirt aus. Er wurde schwer verletzt.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe über 3000 Euro. Er hatte bereits 2000 Euro Schmerzensgeld bezahlt. zip