Der Geigelstein ist einer der meistbesuchten Berge im Chiemgau. Wer die 1808 Meter erklimmt, kann sich über eine großartige Aussicht auf das Kaisergebirge freuen. Im Sommer wandern die Besucher den Gipfel hinauf, im Winter bieten die Naturrodelbahn oder eine Schneeschuhwanderung Spaß. Der Geigelstein ist Naturschutzgebiet, weil es dort so viele Blumen gibt. Aufmerksame Wanderer können Enzian, Trollblumen, Frauenschuh und Alpenrose entdecken. Deshalb heißt er im Volksmund Chiemgauer Blumenberg.
Der Geigelstein hatte nicht immer den Namen, den er heute trägt. Erwähnt wurde er das erste Mal 1566 als „Wexel“. Bauern und Jäger interessierten sich früher nicht für die Gipfel, sondern für Weiden mit Wildwechsel. Dieser Name wurde auf den Berggipfel übertragen; man spricht von einer „Aufwanderung des Namens“.
Der Münchner Namenforscher Wolf-Armin von Reitzenstein beschreibt, wie sich der Name veränderte: 1619 hieß der Berg „Geyerstein oder „Wechsel“. „Geyer“ kommt vom Raubvogel Geier. Weil es sich leichter aussprechen lässt, änderte sich der Name erneut: 1735 „Gaiglstein“ oder „Geiglstein“, um 1800 „Geiglstain“. Von Reitzenstein kennt die alten Dokumente. Er ist sich sicher: Der Geier gab dem Berg seinen Namen. PAULA L. TRAUTMANN