Fassungslosigkeit bei den Gebirgsschützen: „Die Idee ist aberwitzig.“

von Redaktion

Der Unmut ist groß bei den Bayerischen Gebirgsschützen: Viele Kompanien nehmen nur Männer als Mitglieder auf – und befürchten, dass die Gemeinnützigkeit verloren geht. Was das bedeuten würde und warum die Schützen der Vorstoß so ärgert, erklärte Landeshauptmann Martin Haberfellner (67).

Herr Haberfellner, wie stehen Sie zu dem Vorstoß von Herrn Scholz?

Die Idee ist aberwitzig, wir sind fassungslos. Die Bayerischen Gebirgsschützen übernehmen größtenteils repräsentative und gemeinnützige Aufgaben für die Kirche und den Staat, zum Beispiel beim Empfang von Staatsgästen. Wir sehen uns als staatstragende Institution. Wenn der Staat uns die Gemeinnützigkeit aberkennen will, dann demontiert er sich selbst.

Was würde es bedeuten, die Gemeinnützigkeit zu verlieren?

Für gemeinnützige Organisationen gibt es Vergünstigungen im Steuerrecht, die wegfallen würden. Spenden an die Kompanien wären dann nicht mehr steuerlich absetzbar. Das würde sicher die Spendierfreudigkeit einschränken.

Was wären die Folgen?

Um einen Verein zu führen, braucht man einen gewissen Geldumsatz. Wenn der Fiskus noch mehr zuschlägt, dann würde es sicher einige Feste und Aktionen, die die Schützenkompanien organisieren, weniger geben. Das Dorfleben in vielen Orten wäre ärmer.

Wäre es eine Möglichkeit, auch Frauen aufzunehmen?

Manche Kompanien haben Marketenderinnen und manche sind für Sportschützinnen offen. Aber es gehört zum Wesen der Gebirgsschützen, dass die Kompanien Männertruppen sind. Die Gebirgsschützen sind im 17. Jahrhundert entstanden. Bei der Landesverteidigung waren auch nur Männer dabei. cla

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