München – Der MVV hat jede Menge Beitrittskandidaten: Nicht weniger als zehn Landkreise und Städte zeigen Interesse, dem Verkehrs- und Tarifverbund beizutreten. Im Optimalfall würde der MVV dann von Mühldorf bis Garmisch-Partenkirchen und von Landshut bis Landsberg reichen. Der Freistaat unterstützt eine Grundlagenstudie und übernimmt 85 Prozent der Kosten. Am 27. November will Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) nach Informationen unserer Zeitung den ersten Förderbescheid übergeben.
Die Studie ist in zwei Teile untergliedert: zum einen in eine Analyse der Verkehrsströme heute, wobei es darum gehen wird, beispielsweise Wege zu verbesserten Busanbindungen und einer sinnvollen Abstimmung zwischen Bus- und Zug-Abfahrtszeiten zu finden. Zweitens sollen systematisch Fahrgast-Daten erhoben werden – auf dem klassischen Weg, also durch Befragungen in den Bussen und Zügen. Danach gilt es, die Kosten für die Landkreise zu ermitteln. Auch wenn sich der Freistaat beteiligt, wird es wohl ohne kommunale Bezuschussung nicht gehen. Eventuell sind sogar Millionenbeträge erforderlich, denn die Mindereinnahmen durch günstigere Tickets müssen irgendwie aufgefangen werden.
Das Ministerium ist jedoch guten Mutes: „Nach Abschluss der Studie haben die Kommunen eine gute Entscheidungsgrundlage, ob sie dem MVV beitreten wollen“, heißt es. Sollten alle zehn Landkreise und Städte beitreten, „wird sich die bisherige Fläche des MVV mehr als verdoppeln“ und um eine Million Menschen wachsen.
Die Bereitschaft zum Beitritt ist jedenfalls da – selbst im weit entfernten Garmisch-Partenkirchen. Man nehme an der Studie teil, erklärte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) auf Anfrage. Der Berufs- und Ausflugsverkehr in beide Richtungen finde im Moment „überwiegend mit dem Auto statt“. Ziel des Landkreises sei es, „den Individualverkehr zu verringern und das ÖPNV-Angebot zu verbessern. Ob dafür ein Beitritt zum MVV die beste Lösung ist, wird das Ergebnis der Studie zeigen“. In Landshut zeigt man sich ebenfalls offen. Der Wirtschaftsausschuss des Landkreises hat schon im September einstimmig beschlossen, zusammen mit der Stadt an der Studie teilzunehmen. Auch der Landkreis Mühldorf nimmt teil, wie eine Sprecherin bestätigt. „Wir erwarten uns von der Studie eine Entscheidungsgrundlage.“ Im Kreis Rosenheim steht eine Entscheidung noch an. Aus dem Landratsamt heißt es, in der kommenden Woche werde in einer Sondersitzung von Kreisausschuss und Kreistag über eine Teilnahme beraten.
Der Verkehrsminister hofft auf ein positives Votum: „Attraktive Verbundtickets machen den ÖPNV zur echten Alternative für Shopping-Trips oder Theaterbesuche in der Großstadt.“ mmä/dw