München – Erneut steht Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) wegen des Tragens einer Pelz-Stola in der öffentlichen Kritik. Bei der Leonhardifahrt in Kreuth im Landkreis Miesbach hatte Aigner in der vergangenen Woche eine Stola aus Fuchs getragen. Die Tierrechtsorganisation Peta warf der CSU-Politikerin vor, mit ihrer Kleiderwahl ein falsches Statement zu setzen, statt mit gutem Beispiel voranzugehen. Mit einem getöteten Tier um den Hals verhöhne Aigner Millionen Füchse, die jedes Jahr auf Pelzfarmen in winzige, völlig verdreckte Käfige gesperrt und mit analem Elektroschock getötet würden.
Über ihren Sprecher ließ Aigner gestern erklären: „Der Fuchs von Landtagspräsidentin Ilse Aigner ist ein altes Familien-Erbstück. In Bayern ist es üblich, dass solche Erbstücke von Frauen im Schalk getragen werden, wenn es kälter wird.“ Außerdem sei es nachhaltiger, alte Stücke aufzutragen, als sich neue Kleidung aus Kunstpelz zu kaufen. Bereits 2009 hatte Aigner – damals noch als Bundesagrarministerin – wegen einer Fuchs-Stola Kritik einstecken müssen. Vor über drei Jahren hatte sie auch ohne Fuchs für Aufsehen gesorgt: Beim Gebirgsschützentreffen in Waakirchen (Kreis Miesbach) trug sie einen „Schalk“. Trachtenpuristen hielten Aigner vor, das Gewand sei nur verheirateten Frauen vorbehalten, was sie nicht ist. lby