Aiwanger macht Druck auf Mobilfunkanbieter

von Redaktion

Minister fordert volle Netzabdeckung an Bahntrassen und Autobahnen bis Jahresende

München – Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat die Mobilfunkbetreiber aufgefordert, für eine bessere Netzversorgung an ICE-Strecken und Autobahnen zu sorgen. Sollte die Abdeckung bis Jahresende nicht lückenlos sein, drohten Vertragsstrafen, sagte er gestern in München. Die Ergebnisse neuer Messungen seien „einigermaßen ernüchternd“.

Die Anbieter haben sich dazu verpflichtet, Lücken im Netz zu schließen, sind aber teils noch weit davon entfernt. Die Telekom versorgt 90 Prozent der Strecken mit dem schnellen 4G-Standard und schneidet bei den Messungen im Auftrag des Ministeriums am besten ab. Es folgen Vodafone (84 Prozent) und Telefonica (74 Prozent).

Gemessen wurde entlang von 1571 Kilometern Bahnstrecke, also außerhalb der Züge – innerhalb sind die Werte noch schlechter. Für Funklöcher und schlechten Datenempfang seien die Anbieter daher „nur bedingt“ verantwortlich. „Ich appelliere an die Bahn, im Sinne der Kundenfreundlichkeit massiv Repeater einzusetzen“, sagte der Minister.

Repeater sind Signalverstärker – in ICE sind sie schon verbaut, in Regionalzügen kaum. Da die Nachrüstung mit bis zu 50 000 Euro pro Zug relativ teuer sei, sei es eine Abwägungsfrage, ob sich der Einbau lohne, sagte Aiwanger. Ein Problemgebiet sind hier die Strecken im Rosenheimer Raum. Bei Ausschreibungen für Züge in Bayern sollen Repeater künftig Pflicht sein.

Auch entlang von Autobahnen ist die Netzversorgung stark ausbaufähig. Die drei Mobilfunkbetreiber wollen das Problem mit rund 6000 neuen Mobilfunkstandorten in ganz Deutschland in den Griff kriegen.  mmä

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