München – In der Schulpolitik deutet sich eine weitere Weichenstellung an. Die CSU signalisiert Zustimmung zu mehr Fachpersonal in einer Klasse. „Wir kommen nicht drum herum, mit multiprofessionellen Teams zu arbeiten“, sagte CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer auf einer Veranstaltung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW). Er wies darauf hin, dass Bayern in den vergangenen zwei Legislaturperioden über 20 000 Lehrer zusätzlich eingestellt habe – trotz gleichbleibender Schülerzahlen. Das werde auch weiterhin der Fall sein, da die Heterogenität in den Klassen zunehme. So stammen 24,8 Prozent der Grundschüler aus nicht-deutschsprachigen Elternhäusern.
Multiprofessionelle Teams sind eine Dauerforderung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). Er versteht darunter die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Professionen in einer Klasse, je nach Zusammensetzung könnten Sonderpädagogen, Psychologen oder Lerntherapeuten die Lehrer in Grund-, Förder- oder Mittelschulen unterstützen. Die steigende Heterogenität der Schülerschaft sei eine der Herausforderungen in der Bildungspolitik, betonte auch die Grünen-Schulpolitikerin Anna Toman. „Die Hauptlast wird auf die Mittelschule ausgelagert – da ist die Spreizung am stärksten.“ VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt rechnet damit, dass die Heterogenität sogar weiter zunehmen wird. Kultusminister Michael Piazolo (FW) versicherte, vor allem der Lehrerbedarf an den Grundschulen sei im Fokus des Ministeriums. „Da müssen wir was tun in den nächsten Jahren.“
Die Veranstaltung des Wirtschaftsverbands stand unter der Überschrift „Bildungspolitik auf dem Prüfstand“. Die VBW hatte dazu alle im Landtag vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD eingeladen – Extremisten würden niemals berücksichtigt, hieß es. dw