Mit 2645 Metern ist die Mädelegabel einer der beliebtesten Gipfel in den Allgäuer Alpen. Mit dem Trettach- und der Hochfrottspitze bildet die Mädelegabel das berühmte Dreigestirn am Allgäuer Hauptkamm. Der Name kommt jedoch nicht vom feschen Mädel.
Der Münchner Namensforscher Wolf-Armin von Reitzenstein weiß, was es wirklich mit dem Namen auf sich hat. In ersten Belegen aus dem Jahr 1485 heißt der Berg noch „Inhechstnmedelinspitz“. Knapp 400 Jahre später klingt der Name für unsere Ohren schon sehr vertraut: „Medele Gabel“. Gabel, weil das Dreigestirn in den Alpen den Zinken einer Gabel ähnelt. Der erste Teil des Namens rührt von einer Schafweide unterhalb des Berges: „die kleine Mad“. Aus der kleinen Mad wurde Medele und heute Mädele. Interessant ist laut Reitzenstein auch ein Beleg von 1844. Da ging es „auf den Trettachspitz, welcher auch die Medele Gabel bildet“. Die drei Berge wurden kurzzeitig zu einem. „Trettach ist der Name, der sich teilweise auch als einziger durchgesetzt hat“, sagt Reitzenstein. Die Mädelegabel eroberte sich ihre Selbstständigkeit jedoch zurück und ist heute als vierthöchster Berg in den Alpen unter ihrem eigenen Namen bekannt. Den Gipfel erklimmt man gut vom Heilbronner Weg – schwindelfrei sollte man sein! NATASCHA BERGER