„Man lächelt beim Vorbeigehen“

von Redaktion

MEIN DORF Angelika Radlmaier, 52, lebt in Hörgertshausen

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Angelika Radlmaier, 52, ist zwar gebürtige Niederbayerin – lebt aber zusammen mit ihrem Mann, zwei Söhnen und Katze Josy in Hörgertshausen im Landkreis Freising. Dort genießt die Pilates-Trainerin die idyllische Natur – und den Wald direkt vor der Haustür.

Frau Radlmaier, wie lange leben Sie schon in Hörgertshausen?

Seit 32 Jahren. Mein Mann ist waschechter Hörgertshauser. Als unser erster Sohn Thomas auf die Welt kam, bin ich hergezogen. Ursprünglich stamme ich nämlich aus Niederbayern. Ich bin sozusagen runter nach Oberbayern ausgewandert. (lacht)

Fiel es Ihnen schwer, dort Anschluss zu finden?

Nein. Man muss einfach offen sein, auf die Leute zugehen und darf sich nicht verschließen. Gleich am Anfang bin ich damals in den Sportverein eingetreten und habe schnell Bekanntschaften geschlossen.

Haben Sie in Hörgertshausen einen Lieblingsplatz?

Da brauche ich nicht lange überlegen: mein Liegestuhl in unserer Gartenlounge. Das ist ein richtig schönes Fleckchen zum Entspannen und Runterkommen.

Wie schaut es im Ort mit Einkaufsmöglichkeiten aus?

Vor einigen Jahren hat leider unser Tante-Emma-Laden zugemacht. Jetzt gibt es im Ort noch den Rewe und einen Bäcker. Aber zum Einkaufen fahre ich oft mit dem Radl nach Mauern.

Was schätzen Sie an Hörgertshausen besonders?

Wir sind hier knapp 2000 Einwohner, da kennt jeder jeden. Man grüßt sich gegenseitig, lächelt sich beim Vorbeigehen an – das macht’s, find’ ich, aus. Außerdem habe ich den Waldrand fast direkt vor der Haustür, dazu die viele Natur und die frische Luft. Was will man mehr?

Gibt es auch Nachteile?

Im Dorf fehlen etwa ein Arzt, eine Apotheke und ein Bankautomat. Es gibt zwar einen Bus, aber der fährt nur dreimal am Tag. Ohne Auto geht hier deshalb nix.

Was ist in Hörgertshausen sehenswert?

Mitten im Ort haben wir eine alte Kirche mit schöner Deckenbemalung, die katholische Jakobuskirche. Und es gibt ein Heimatmuseum.

Heimat – was bedeutet das für Sie?

Heimat ist für mich dort, wo ich mich wohlfühle. Und hier in Hörgertshausen, da bin ich einfach dahoam.

Interview: Franziska Konrad

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