München – Der Albtraum jeder Frau ist für eine Ärztin aus München bittere Realität geworden: Ein Mann hatte am frühen Abend im Englischen Garten versucht, die 68-Jährige zu vergewaltigen. Nur ein Zeuge, der auf die Hilfeschreie der Frau aufmerksam geworden war, verhinderte wohl noch Schlimmeres.
Die Medizinerin ging am Donnerstagabend kurz nach 18 Uhr mit ihrem Hund – einem kleinen Terrier – Gassi. In der Nähe des Japanischen Teehauses sprach sie ein Mann in englischer Sprache an. Plötzlich stieß der ihr Unbekannte die 68-Jährige vom Weg auf eine Wiese und legte sich auf sie. Dann hielt der Mann die Münchnerin an den Armen fest und wollte ihr Zungenküsse geben. Zudem versuchte der Täter, ihren Intimbereich zu berühren und in ihre Hose einzudringen. Dies misslang ihm.
Die Frau schrie laut um Hilfe. Zudem konnte sie dem Täter in die Zunge beißen. Der Terrier versuchte, seinem Frauchen zu helfen und bellte. Auf die Schreie und das Hundebellen wurde ein Passant (48) aufmerksam. Der Äthiopier, der in München wohnt, eilte der Münchnerin zu Hilfe. Daraufhin flüchtete der Angreifer Richtung Haus der Kunst. Eine sofort eingeleitete Suche blieb erfolglos. Während die Polizei die Spuren sicherte, leuchtete die Feuerwehr den Tatort aus. Das für Sexualdelikte zuständige Kommissariat 15 ermittelt.
„Ob es sich um eine vollendete Vergewaltigung handelt, muss im Rahmen der Ermittlungen geklärt werden“, sagt Polizeisprecher Ralf Etzel. Der Täter wird als etwa 40-jähriger, 1,90 Meter großer Mann beschrieben. Hinweise unter 089/29 10-0. Es sei möglich, dass der Täter wegen seiner Verletzung an der Zunge einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen muss. In diesem Fall bittet die Polizei darum, den Notruf zu wählen.
Die Tat schockiert viele, die regelmäßig im Englischen Garten unterwegs sind. „Mich erschreckt die Uhrzeit, zu der das passiert ist, und dass die Frau einen Hund dabeihatte und trotzdem überfallen worden ist“, sagt Studentin Julia B. (25, Name geändert), die in der Nähe des Tatortes arbeitet. Sie selbst fühle sich auch gelegentlich unsicher, wenn sie nach der Arbeit durch den Englischen Garten gehe. „Hier ist es gerade im Winter sehr früh sehr dunkel“, sagt die Studentin. „Es fehlen auf jeden Fall Laternen, die ein Gefühl der Sicherheit geben würden.“ STEFANIE WEGELE