München – Noch mindestens acht Jahre werden sich die Autofahrer auf der Autobahn 99 mit Staus am Allacher Tunnel herumplagen müssen. Erst Ende 2027 werden die Seitenstreifen voraussichtlich mit Ampeln zeitweise zum Befahren freigegeben werden können. So kennen viele Autofahrer das schon von der Salzburger Autobahn A8. Vorher müssen im Allacher Tunnel die Tunnelröhren saniert und erweitert werden.
Bis zu 5500 Autos pro Stunde können den Tunnel ungestört passieren. Weil es schon jetzt in Spitzenzeiten bis zu 7500 sind, gehören lange Autoschlangen und Blockabfertigung zur Tagesordnung. Schon länger ist daher geplant, die Seitenstreifen zwischen den Autobahndreiecken Allach und Feldmoching temporär zur Befahrung freizugeben und dadurch eine weitere Spur zu gewinnen. Doch das ist mit einem enormen baulichen Aufwand verbunden.
Es ist nicht damit getan, eine digitale Anzeige zu installieren, die die Autofahrer über die Freigabe informiert. Die Beschleunigungsstreifen an der Anschlussstelle Ludwigsfeld müssen weiter nach außen verlegt werden. Auch im und auf dem Tunnel werden umfangreiche Umbauten nötig. Hauptproblem ist dabei die bestehende Entwässerung. „Die derzeitigen Einläufe können nicht dauerhaft überfahren werden“, sagt Michael Witt von der Autobahndirektion.
Für den Einbau befahrbarer Bauteile ist aber eine Kabeltrasse im Weg, die deshalb auf den Tunnel verlegt werden soll. In diesem Zuge wird gleich die komplette Betriebstechnik im Tunnel erneuert. Dazu müssen sechs Kabelhäuser auf dem Tunnel errichtet werden – unter Berücksichtigung des Natur- und Landschaftsschutzes. Denn auf dem Tunnel befindet sich der Allacher Forst. Zuvor muss zudem noch ein Korrosionsschutz für die Stahlbetonteile eingebaut werden. Diese werden im Winter durch das Streusalz angegriffen.
Laut Witt ist geplant, Mitte 2020 das Planfeststellungsverfahren in die Wege zu leiten – das Genehmigungsverfahren, bei dem private und öffentliche sowie Naturschutzbelange geprüft werden. Im Herbst 2021 könnte der Beschluss darüber gefasst werden – sofern es im Rahmen des Verfahrens keine Verzögerungen gibt. Ende 2021 soll mit den Arbeiten auf dem Tunnel begonnen werden. Erst ab Mitte 2024 sind die Umbauten im Tunnel angedacht.
Für dreieinhalb Jahre müssen dann die Autofahrer mit noch mehr Verkehrschaos rechnen. Denn wie Witt erläutert, muss für die Arbeiten zeitweise eine Fahrspur gesperrt werden. „Wir arbeiten an einem Konzept, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, sagt der Vertreter der Autobahndirektion. Außerdem sei man bestrebt, den Zeitplan eng zu takten, um einen zügigen Bauablauf zu gewährleisten. Ganz ohne zusätzliche Staus und Ausweichverkehr durch die angrenzenden Stadtgebiete wird es aber nicht abgehen. ANDREAS DASCHNER