München – Der Flughafen plant zusammen mit der Lufthansa einen weiteren großen Anbau. Dabei soll das sogenannte Satellitenterminal nach Osten durch ein weiteres Abfertigungsgebäude erweitert werden. Der scheidende Flughafen-Chef Michael Kerkloh unterzeichnete dazu mit dem Münchner Lufthansa-Manager Wilken Bormann eine Absichtserklärung („Letter of Intent“). Durch den Erweiterungsbau soll die Kapazität des Satelliten von heute elf auf 21 Millionen Passagiere im Jahr anwachsen, also fast verdoppelt werden. „Es ist aber noch zu früh, über einen Zeitplan oder die Kosten zu reden“, sagte ein Flughafen-Sprecher.
Auch die Aufteilung der Kosten zwischen der Flughafen GmbH und der Lufthansa ist zumindest offiziell noch offen. In früheren Gemeinschaftsprojekten – dem Bau des Terminals 2 wie auch des Satelliten – hatte die FMG stets 60 Prozent, die Lufthansa 40 Prozent der Investitionen bezahlt.
Grund für den Bau dürfte das anhaltende starke Passagierwachstum am Flughafen sein. 2018 wurden 46,3 Millionen Fluggäste gezählt, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in diesem Jahr wird es wieder auf ein Plus von rund vier Prozent hinauslaufen. Weniger stark wächst hingegen die Zahl der Flüge. 2018 gab es 413 000 Starts und Landungen, ein Plus von 2,2 Prozent. Das Wachstum hält auch hier an, wenngleich weniger intensiv – unterm Strich dürfte es zum Jahresende hier nur ein Prozent Zuwachs (417 000 Flüge) geben.
Kerkloh sprach bei der Unterzeichnung des Dokuments von einem „Fundament“, um die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen fortzusetzen. Unter seinem Nachfolger Jost Lammers soll nun die Vorplanung konkret angepackt werden. Bormann nannte München einen „Premiumstandort“. Allerdings müsse der Flughafen auch endlich einen Fernbahn-Anschluss erhalten. DIRK WALTER