Autobahn-Bau: Ein Nadelöhr wird beseitigt

von Redaktion

Das neue Jahr wird Pendler wieder auf die Probe stellen. Mit 75 Kilometern ist eine geplante Baustelle auf der Autobahn 3 zwischen dem Kreuz Biebelried und Erlangen-Frauenaurach die längste im Freistaat – aber bei Weitem nicht die einzige.

München – Was Baufirmen Aufträge sichert und vermutlich den Verkehrsminister freut, dürfte so manchem Autofahrer im kommenden Jahr Nerven kosten: Rund eine Milliarde Euro soll 2020 allein in den Ausbau von Autobahnen in Bayern investiert werden, wie das Bau- und Verkehrsministerium in München mitteilte. Für Autofahrer heißt das: wieder viele Baustellen und Staus.

2020 sollen den Angaben nach allerdings auch zwei große sechs-streifige Ausbauprojekte im Freistaat fertig werden: an der A 6 zwischen den Anschlussstellen Schwabach-West und Roth in Mittelfranken sowie in Oberbayern an der A 96 zwischen den Anschlussstellen Oberpfaffenhofen und Germering-Süd.

Hingegen geht es erst voraussichtlich Mitte 2020 los mit dem 75 Kilometer langen Projekt zum sechsstreifigen Ausbau der A 3 zwischen dem Autobahnkreuz Biebelried bei Würzburg und dem Autobahnkreuz Fürth/Erlangen. Ablauf und Umfang der einzelnen Bauabschnitte werden den Angaben nach jedoch erst mit dem künftigen Betreiber festgelegt. Es ist mit Abstand die längste Baustelle. Und das ist in Oberbayern noch geplant:

A 95: Die Erneuerung des alten Kreuzungsbauwerks am Autobahnkreuz Starnberg dauert noch bis Herbst/Frühwinter 2020, teilt Katharina Holzapfel von der Autobahndirektion Südbayern mit. Bei der Anschlussstelle Seeshaupt sollen ab Frühjahr 2020 zwei Brückenbauwerke erneuert und eine Brücke in Fahrtrichtung München saniert werden. Zudem wird in dem Abschnitt die Fahrbahn saniert. Voraussichtlicher Abschluss: Mitte Dezember 2020. Die Bauarbeiten erfolgen analog zu den bereits 2019 im gleichen Abschnitt (Fahrtrichtung Garmisch-Partenkirchen) durchgeführten Bauarbeiten – nur eben spiegelverkehrt. Außerdem gibt es auf den sieben Kilometern zwischen Penzberg/Iffeldorf und Wolfratshausen ab dem Frühjahr Erhaltungsarbeiten.

A 96: Pendler wissen es: Seit Mitte Mai 2017 die Bauarbeiten auf der Lindauer Autobahn nahe Germering und Gilching begannen, sind an dieser Stelle Staus fast garantiert. Mit Hochdruck wird am Bau zweier offener Halbtunnel („Galerien“) gearbeitet, die den Anwohnern der Autobahn mehr Lärmschutz bringen sollen. Außerdem soll die Autobahn auf drei Spuren je Richtung verbreitert werden. Auf der gesamten Länge läuft der Verkehr derzeit zwar auf vier Fahrspuren, aber doch in einer verengten Baustellenverkehrsführung auf der südlichen Fahrbahn. Eine Operation am offenen Herzen sozusagen. Im nächsten Jahr sollen in die Galerien nun lärmmindernde Asphaltschichten eingebaut und die Autobahn freigegeben werden – dann wäre dieser Engpass beseitigt.

A 99: Noch im Gange sind Bauarbeiten an der Autobahnbrücke bei Feldmoching. Der Ausbau der Autobahn zwischen München-Nord und der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning wurde Ende November abgeschlossen, doch noch gibt es Restarbeiten. „Die Freigabe des Seitenstreifens wird nach Abschluss der technischen Freigaben und der notwendigen Testläufe ab Mitte 2020 erfolgen“, teilt Behördensprecherin Katharina Holzapfel mit. Auch hier wird es weitergehen: Die Verbreiterung von Aschheim/Ismaning bis Kirchheim ist fest eingeplant – aber erst ab 2021.

Zum Teil nur kleinere Tages- oder Nachtbaustellen sind im nächsten Jahr auf der Stuttgarter und Salzburger Autobahn A 8 sowie auf der Deggendorfer Autobahn A 92 und der Inntalautobahn A 93 geplant.  dw/lby

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