München – Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) will im kommenden Jahr einen Bayerischen Demenzpakt gründen, damit Betroffene mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. „Dafür muss der Bewusstseinswandel im Umgang mit dieser Krankheit weiter vorangebracht werden“, sagte sie. Alle bayerischen Staatsministerien sowie Vertreter von Kommunen, Kirchen, Zivilgesellschaft, Wohlfahrts- und Betroffenenverbänden würden eingeladen beizutreten.
In Bayern leben mehr als 240 000 Demenzkranke. Die Zahl werde nach Schätzungen auf Grundlage der demografischen Entwicklung bis zum Jahr 2030 auf 300 000 ansteigen.
Die Opposition sieht in dem Vorstoß vor allem Symbolpolitik. Der pflegepolitische Sprecher der Grünen, Andreas Krahl, sagte: „Wir wissen ja schon, welche Welle da auf uns zurollt. Die Zahlen sprechen für sich.“ Einen effektiven Mehrwert würden die Pakt-Teilnehmer nicht haben. „Ziel muss sein, konkrete Strategien zu suchen und umzusetzen. Am Umsetzen scheitert es meist in Bayern.“ Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ruth Waldmann, betonte: „Es ist niemandem geholfen, wenn man jetzt jedes Gespräch mit den Fachleuten zum Gipfel oder Pakt erklärt. Wir brauchen eine flächendeckende Versorgung und Beratung, gerade auch für die pflegenden Angehörigen.“ lby