Lichtshow statt lauter Knallerei

von Redaktion

Mit einem Knall ins neue Jahr? Während einige Kommunen einen Böller-Bann aussprechen, werden andernorts Alternativen zum Silvesterfeuerwerk gesucht. Ein Ehepaar aus Olching will zeigen, dass der Jahreswechsel auch ohne Knaller und Co. ein Spektakel werden kann.

VON KATHRIN BRACK

Olching – In Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck beginnt das neue Jahr sieben Minuten nach Mitternacht. Irmgard Gaul hat auch schon eine Vorstellung davon, wie der Jahreswechsel ablaufen soll: Erst läuten die Kirchenglocken, „dann wünschen sich alle ein gutes neues Jahr und dann startet die Show“. Irmgard Gaul und ihr Ehemann Volker haben gemeinsam mit Unterstützern eine öffentliche Lasershow für die Silvesternacht organisiert. Das Motto ihrer Initiative: „Sauba nei feiern“.

Die Idee dazu hatten sie bereits im Januar. „Die Luft war furchtbar nach der letzten Silvesternacht“, sagt die ehemalige Lehrerin. Das Ehepaar beschloss, seinen Beitrag für bessere Luft zu leisten. Statt eine zuerst angedachte zentrale Feier mit Feuerwerk zu organisieren, entschieden sie sich für etwas Neues: Laser. „Wir haben eine tolle Firma gefunden, aus deren Angebot wir mit unserer Unterstützergruppe eine Show haben zusammenstellen lassen.“ Kostenpunkt: 6000 Euro. Nur für die Show.

Trotzdem ein vergleichsweise geringer Betrag, wenn man diese Zahlen betrachtet: 22 Millionen Euro haben die Bayern beim letzten Jahreswechsel verballert. „Allein in München haben die Leute Feuerwerk und Böller für 3,3 Millionen Euro gekauft“, sagt Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbandes Bayern. „Im Schnitt gibt jeder Bayer 20 bis 25 Euro für Silvesterkracher aus.“ Einen Einbruch bei den Feuerwerkskörpern, die es ab heute vier Tage lang zu kaufen gibt, erwartet der Verband nicht. „Zumindest noch nicht in diesem Jahr.“

Man merke, dass der Klimaschutz immer mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt. Aber auch einige Einzelhändler entscheiden sich bewusst gegen den Verkauf von Feuerwerkskörpern. Allerdings: „Menschen, die aus Prinzip keine Kracher kaufen, hat es immer schon gegeben. Auch schon vor Greta Thunberg und ,Fridays for Future‘.“ Stärker als die Debatte ums Klima merke man beim Verkauf, wenn das Wetter am Silvesterabend schlecht ist, so Ohlmann. „Ist es nass und kalt, kaufen die Leute weniger Raketen ein.“

In einigen Orten im Freistaat dürfen sie die ohnehin längst nicht mehr überall zünden: Städte wie Schongau, Freising oder Erding haben das Feuerwerk von ihren zentralen Plätzen verbannt. In München darf in der Nähe des Marienplatzes nicht mehr geböllert werden, in Rottach-Egern im Kreis Miesbach ist das Landschaftsschutzgebiet knallerfreie Zone. Völlig verbieten dürfen die Gemeinden das Feuerwerk derzeit nicht: Feuerwerke fallen unter das Sprengstoffgesetz – und das ist Bundesrecht.

Darum suchen die Kommunen nach Alternativen. Einige wie Wörthsee im Kreis Starnberg oder die Gemeinden im Tegernseer Tal appellieren an die Bürger, aufs Feuerwerk zu verzichten. Die Stadt Bad Tölz organisiert dieses Jahr zum letzten Mal ein zentrales Feuerwerk. In der Kurstadt soll es ab 2020 eine Lasershow geben. Wie in Erding, Haar (Landkreis München), im Bergsteigerdorf Kreuth (Landkreis Miesbach) – oder in Olching.

Wenn der Plan von Irmgard und Volker Gaul aufgeht, werden dort Laser durch den hoffentlich klaren Nachthimmel zucken. Zwölf Minuten soll das Spektakel dauern, davor gibt es eine ökumenische Feier und Alphornmusik.

Unabhängig vom Gelingen schließt Irmgard Gaul eine selbst organisierte Wiederholung allerdings jetzt schon aus. Sie findet, die Stadt soll nachziehen und die Lasershow übernehmen. „Wir wollen nur zeigen, dass eine Lasershow zum Jahreswechsel das Fest der Zukunft ist“, sagt sie. Die ersten Gemeinden in der Region haben schon angefragt und die Gauls um ihre Erfahrungen gebeten.

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